260 
starb die Kaiserin Maria Theresia (29. November 1780). Die 
Versöhnung aber mit dem nun allein herrschenden Kaiser war 
so entschieden, daß Fürst Karl in den nächsten Jahren zu den 
ausgesprochenen Freunden und Günstlingen desselben gehörte. 
So erhielt er denn auch in dem nächstfolgenden großen 
Kriege mit der Türkei (1788) ein höheres Commando, aber die 
Umstände waren nicht darnach angethan, daß er es lange und 
zum Ruhme führen konnte. Kaiser Joseph hatte diesen Krieg, wie 
bekannt, in Gemeinsamkeit mit den Russen unternommen und 
hoffte, durch denselben alles wieder zu gewinnen, was einmal zu 
den österreichischen Staaten gehört hatte und von den Türken 
entrissen worden und in ihrem Besitz geblieben war. Seine 
Vorbereitungen für den Feldzug, der früh im Jahre 1788 be 
ginnen sollte, waren höchst bedeutend, aber die Anordnung und 
Aufstellung der Streitkräfte waren einem großen Erfolge nur 
hinderlich. Nach dem Rathe Lach's waren fünf verschiedene Armee- 
abtheilungen in weiten Entfernungen von einander rings an den 
langgestreckten Grenzen von Galizien bis Croatien aufgestellt. 
Diejenige Armeeabtheilung — denn sie war zu unbedeutend, 
um sie eine Armee zu nennen —, welche von Croatien aus nach 
Bosnien hinein operiren sollte, stand zuerst unter dem Befehle 
des General de Vins. Im März aber dieses Jahres (1788) 
übernahm Fürst Karl das Commando über dieselbe. Seine 
nächste Aufgabe war die Belagerung und Eroberung der Festung 
Dubitza. Seine Mittel aber waren durchaus unzulänglich, seine 
Lage daher eine äußerst peinliche, und er erkannte sehr klar, daß 
der Erfolg mit den vorhandenen Kräften ein unmöglicher sei. 
In dieser Läge schrieb er seiner Gemahlin: „Ich habe zwei 
ungarische Bataillone, drei Bataillone deutscher Infanterie, drei 
Divisionen Chevauxlegers, zwei Husaren-Divisionen I Prinz 
') Nach: Geschichte des Kriegs zwischen Rußland, Oesterreich und der 
Türkei I. 49 sollte das Corps des Fürsten Karl aus drei Bataillons deutscher, 
sechszehn Bataillons croatischer Grenzinfanterie, aus sechs Schwadronen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.