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Spitze der Armee stand, die Armee hatte auch das vollste Ver 
trauen in ihn und liebte und ehrte ihn wie einen Vater, was 
er reichlich durch seine allseitige Fürsorge, selbst auf eigene Kosten, 
mit eigenen Opfern verdient hatte. Ebenso genoß er das Ver 
trauen des Kaisers und der Kaiserin, und niemand schien mehr 
als er die geeignete Persönlichkeit in dem schwierigen Verkehr 
mit dem Könige von Sardinien und der piemontesischen Armee. 
Sein Nachfolger, früher Gesandter in Berlin und Petersburg, 
war mehr in diplomatischen Geschäften verwendet worden und 
hatte auch darin nicht grade mit Glück gedient. Jetzt an die 
Spitze des Heeres gestellt, vermochte er nicht den Sieg in Ver 
folgung der Feinde auszubeuten, noch ein einträchtiges Vorgehen 
mit dem Könige von Sardinien zu bewirken. 
Der Fürst Wenzel, begleitet von seiner Gemahlin, die sich 
schon bisher in Italien in der Nähe des Heeres aufgehalten 
hatte, zog sich zur Pflege seiner Gesundheit nach Calorno zurück. 
Da er nur beurlaubt war, so blieb er in beständiger Verbindung 
mit dem Heere und ließ sich berichten. Auf die Bewegungen 
und Ereignisse konnte er freilich keinen Einfluß nehmen, wenn 
er es auch an Kritik der Anordnungen und guten Rathschlägen 
nicht fehlen ließ; aber er fuhr fort, so weit er vermochte, für die 
materiellen Bedürfnisse des Heeres und das persönliche Wohl 
der Offiziere zu sorgen. Obwohl er, so lange er an der Spitze 
der Armee stand, weder Gehalt noch Tafelgelder erhalten hatte'), 
’) Aus einem Schreiben an den Grafen Chotek aus Calorno sei 
folgende Stelle citirt: „. . .und obzwar nicht ohne ist, daß von meinem 
a primo May des verflossenen Jahres bei der allhiesigen k. k. Feldkriegs 
cassa angewiesenen Gehalt und Tafelgeldern noch dato nicht das Geringste 
empfangen, so habe doch in meinem Vorigen nicht aus Erlangung dieses 
Betrags, wohl aber dahin abgezielet, daß die bewußte 500 Zecchini so 
ehender zu Handen des Herrn Grafen Althan bezahlet werden mögen, als 
ich, um die Wahrheit zu gestehen, diesem angeordnet habe, diese Gelder nebst 
einer gleichen ihm bereits übermachten Summam unter die arme noth- 
leidende Offiziers auszutheilen, welche gewißlich, besonders da viele von ihnen 
blessirt seind, nicht länger zuwarten können."
        

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