64 
mattet durch die lange Reihe der Feldzüge eines thatenreichen 
Lebens, bat er den Kaiser wie den König um seine Entlassung 
lind bestand allen Ernstes darauf. Nur die vereinigten Be 
mühungen in Barcelona wie von Wien aus, insbesondere die 
Briefe des Kaisers und der Kaiserin bewogen ihn endlich zum 
Bleiben. Des Feldherrn sicher und durch den Succurs gestärkt, 
sah man mit einiger Beruhigung dem kommenden Sommer 
entgegen. Da trat ein Ereigniß ein, welches der Sachlage eine 
unerwartete Wendung gab. 
Am 17. April starb der Kaiser Joseph nach kurzem 
Krankenlager und König Karl sah sich auf einmal zur Regierung 
der österreichischen Erblande wie auf den deutschen Kaiserthron 
berufen. Die Frage war, was nun thun? Karl dachte nicht 
daran die spanische Monarchie aufzugeben, vielmehr wollte er 
das Reich Karls V. in seinem alten Umfange wiederherstellen. 
Aber es trat die dringende Allfforderung an ihn heran nach 
Oesterreich und Deutschland zurückzukehren, wo die drohenden 
Verhältnisse wie die Kaiserwahl seine Anwesenheit erforderten. 
Alle Briefe von Wien forderten dringend dazu auf und auch 
Starhemberg lind der Fürst Anton Florian riethen dazli. Er 
selbst aber konnte sich nicht entschließen Catalonicn 311 verlassen, 
um nicht seine Anhänger und die Spanier überhaupt glauben 
zu machen, daß er Spanien aufgebe. Auch bestärkten ihn seine 
Favoriten darin, deren Fall mit seinenl Weggange gesichert er 
schien. So blieb der König noch einstweilen, mehr schwankend 
zwischen den beiden Parteien als aus festem Entschlüsse, bis 
endlich der Fürst als der Führer der Deutschen seine Ansicht 
durchsetzte und Karl sich im September zlir Abreise entschloß. 
Bevor er aber mit dem Versprechen baldigster Rückkehr von den 
Cataloniern Abschied nahm, setzte er eine Regentschaft ein, an 
deren Spitze er seine Gemahlin, die Königin Elisabeth, als 
Generalstatthalterin stellte, um den Spaniern ein Zeugniß zu 
geben, welchen Werth er auf die Erhaltung des Landes lege. 
Für den Fall ihrer Abreise oder sonstiger Verhinderung wurde
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.