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Barcelona und der Reise nach Aragon, welche an dem Mißlingen 
des so glücklich begonnenen Feldzugs schuld waren, und sodann 
in diesem Jahre (1707) vor der Reise von Valencia nach Bar 
celona, welcher man allgemein das Unglück von Almanza zu 
schrieb. 
Der Fürst Anton Florian befand sich in der trostlosesten 
Lage. Ohne allen Einfluß, trafen doch alle Anklagen nur ihn; 
mit gezogenen Achseln, schreibt er, müsse er zusehen, wie die 
Dinge dem Verderben zurennen; wenn er opponire, wie er als 
ehrlicher Mann und Minister vor Gott und der Welt zu ver 
antworten habe, so lege man ihm die wahre Treue als die 
Arroganz eines Ayo aus; thue er es nicht, so verliere er allen 
Credit bei den Alliirten, so setze er sich in die Opinion eines 
Verräthers und müsse dabei seinen Herrn, von allen Seiten 
verlassen und hülflos, dem totalen Ruin ausgesetzt sehen. Von 
Herzen gern würde er diesem „Martyrio" sich entziehen und 
zurückkehren, denn nachdem er alles sacrifizirt, sein Haus und 
Kinder ruinirt, stehe er noch auf dem Punkt, das wenige er 
worbene Meritum und Credit sammt Ehr' und Reputation zu 
verlieren; trotzdem aber wolle er bei diesem affligirten armen 
Zustand im Dienst Sr. königlichen Majestät fortfahren '). Schon 
damals hatte er mehrmals um seine Entlassung nachgesucht, aber 
weder der König, am allerwenigsten aber der kaiserliche Hof, 
für welchen er fort und fort die Vcrtraucnspcrson blieb, wollten 
etwas davon wissen. 
In ähnlicher zurückgesetzter Lage befanden sich der Graf 
Ulfcld und des Königs Beichtvater Pater Tönncmann, der „wie 
ein Eremit in seiner Zelle confinirt" sei. Auch die Spanier 
wurden zurückgesetzt. Der Hof zu Wien glaubte durch die Ab 
sendung eines alten und bewährten Spaniers, des Duca di Moles, 
die Dinge bessern zu können, aber der Duca bildete nur eben 
eine Person mehr in dieser wirren Welt. 
') Schreiben an die Kaiserin Eleonore vom 4. Juni 1707, Barcelona.
        

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