Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
10
Erscheinungsjahr:
1984
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000012263/61/
16. Kurie des Bundestags52 — er vermochte alle für Liechtenstein nachteiligen Regelungen der Stimmenzahl gemäss der Bevölkerung zurückzudrängen. In der Folge beauftragte der Fürst zuerst 1818 den grossherzoglich-hessischen Geheimen Rat Jakob Friedrich Freiherr von Leonhardi, nach dessen Tod 1839 zuerst den sachsen-weimari- schen Gesandten Graf Beust, dann den nassauischen Gesandten Rönt­ gen, schliesslich 1841 den Frankfurter Patrizier Johann Adolf Frei­ herr von Holzhausen, also jeweils gleichsam Agenten vor Ort; all dies signalisierte Distanz und Routine. Im Fahrwasser Österreichs Auch wenn der Fürst nur eine geringe, das Land gar keine aktive Rolle im Deutschen Bund spielten, so war dieses lockere Gefüge souve­ räner Staaten doch der politische Rahmen, in dem sich die weitere Entwicklung des Landes vollzog, ja in dem seine Souveränität ver­ ankert wurde. Dass Österreich Liechtenstein nicht mediatisierte, war bereits im Anschlussvertrag vom 7. Dezember 1813 festgelegt wor­ den. Eine Mediatisierung wäre auch eine schlechte Propaganda für die fortwirkenden Bestrebungen Österreichs gewesen, den süddeut­ schen Hochadel in seiner Klientel zu erhalten, widersprach überdies der von Metternichs Staatskanzlei propagierten Legitimität53, wider­ sprach vor allem auch der Stellung des österreichischen Feldmarschalls Fürst Johann von Liechtenstein54. Die Wiener Hofkanzlei des Fürsten begab sich auf die Spuren der Mittelstaaten, als sie die liechtensteinische Souveränität darzustellen suchte: 1817 trat Fürst Johann in aller Form der Heiligen Allianz bei; demonstrativ verifizierte man dies zuerst Russland, dann erst 52 Der engere Rat des Bundes bestand aus 17 Stimmen, davon 6 echte Kuriat- stimmen — die 16. Kurie war die letzte vor der der Freien Städte. Im Plenum waren es bis zu 69 Stimmen (die Zahl schwankte wegen der Verschiebungen durch Erlöschen der Häuser usw.), von denen Liechtenstein eine führte. Huber, Verfassungsgeschichte 1, S. 589 f. 55 Zur Einordnung Metternichs: H. v. Srbik, Metternich. Der Staatsmann und Mensch, 2 Bde., 1925, Bd. 3, 1954. — G. de Bertier de Sauvigny, Metternich et son temps, 1962. — Kissinger, A world restored. — E. E. Kraehe, Metter­ nichs German Policy 1: The contest with Napoleon 1799—1814, 1963. — K. O. Freiherr von Aretin, Vom Deutschen Reich zum Deutschen Bund, Deutsche Geschichte 7, 1980. M Vgl. die Anm. 25 zitierte Literatur. 65
        

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