Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
10
Erscheinungsjahr:
1984
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000012263/178/
zu sehen, worin auf Grossmachtpolitik vorbehaltlos verzichtet wird. Auch wenn die KSZE-Schlussakte kein bindender Vertrag ist, ist es für Liechtensteins völkerrechtliche Stellung von erheblicher Bedeu­ tung, dass darin die Anerkennung Liechtensteins als gleichberechtigter Partner in einem Vorhaben zum Ausdruck kommt, das fast alle Staa­ ten Europas, Kanada und die Vereinigten Staaten vereint. Nach der Mitgliedschaft bei der EFTA 1960, nach dem Zusatzabkom­ men zum Abkommen der Schweiz mit den Europäischen Gemein­ schaften 1972 und vor der bald folgenden Aufnahme in den Europa­ rat 1978, öffnet sich 1972 in der KSZE für Liechtenstein der Kreis aller Staaten, die für die weitere Entwicklung der europäischen und nordatlantischen Verhältnisse von Bedeutung sind. Die Stellung Liechtensteins in diesem Kreis ist grundsätzlich geprägt von der Solidarität aller Teilnehmer mit dem ernsten Wunsch fried­ licher Selbstbehauptung eines jeden von ihnen. Die KSZE-Schlussakte begründet durch politischen Willen einen Zustand der Solidarität, der erst festgeschrieben, dann wirklich erreicht und schliesslich auch er­ halten werden muss. Liechtenstein kann mit Genugtuung feststellen, in diesem Kreis Auf­ nahme gefunden zu haben. Er hat sich die Lösung einer der gefähr­ lichsten Perioden der europäischen Geschichte zur Aufgabe gemacht. Aber jeder Teilnehmer muss sich bewusst sein: man ist nicht Mitglied der KSZE, dadurch dass man einmal dabei war und unterschrieben hat. Man bleibt Mitglied dadurch, dass man sich solidarisch bewährt. Der KSZE-Prozess ist langsam, ein historisches Werden, aber er umfasst zunehmend die Ausgestaltung der friedlichen Beziehungen unter den Teilnehmerstaaten entsprechend den zehn Prinzipien. Für die völkerrechtliche Stellung und für die Sicherheit der Grenzen Liechtensteins stellt die Helsinki-Schlussakte, die die Unterschrift des liechtensteinischen Regierungschefs neben jener von 34 anderen KSZE-Teilnehmerstaaten trägt, sicher ein bedeutendes Dokument dar. Sie bezeugt, dass dieses Dokument nicht ohne Mitwirkung und Kon­ sens auch Liechtensteins zustande kam. Sie verpflichtet alle Teilneh­ merstaaten auch gegenüber Liechtenstein, zu ihrer gegebenen Unter­ schrift und neben den anderen darin vorgesehenen Massnahmen zu den zehn Prinzipien als Grundlage ihres Verhaltens gegenüber 
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