Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
10
Erscheinungsjahr:
1984
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000012263/165/
Bindungen, Familienzusammenführung, Eheschliessung, Reisen, Tou­ rismus, Jugend, Sport: Welcher dieser Punkte wäre für die Entscheidung der West-Ost-Riva- lität im Sinne von Sieger und Besiegten wirklich ausschlaggebend? Wo könnte sich der gute Wille, jenseits der Bedrohung Vertrauen auf- und Misstrauen abzubauen eher zeigen? Wo wäre es eher mög­ lich, Leiden und Trennung zu beenden, Versöhnung zu schaffen? Hier muss man gleich auf die 
Glaubens- und Gewissensfreiheit und ihre unbehinderte öffentliche Ausübung in allen KSZE-Teilnehmer-? Staaten hinweisen. Wohl wird man dem Staat ein Aufsichtsrecht über den Missbrauch dieser Freiheit dort zugestehen, wo andere durch diese Freiheit in ihren Rechten verletzt werden könnten. Aber müssen wir nicht in weiten Teilen Europas in erster Linie vom Missbrauch der staatlichen Macht gegenüber Gläubigen sprechen? Gläubige, die in keiner Weise in der Lage sind, die staatliche Autorität, die sich durch ihr Verhalten selbst diskreditiert, in Frage zu stellen! Wie leicht könnte hier auf zahllose Schikanen, ja auf skandalöse Brutalitäten verzichtet werden. Wo würde es letzten Endes dem Staat weniger kosten, auf die Gefühle seiner Bevölkerung Rücksicht zu nehmen und zu einem entspannten Verhältnis beizutragen? — Zur Informationsfreiheit. Auch hier handelt es sich um das ge­ meinsame Bekenntnis der KSZE-Staaten zu einem geistigen Prinzip und die Bereitschaft zu einer geistigen Auseinandersetzung, eine Auf­ gabe, mit der sich Politiker und Diplomaten, ganz gleich, wo sie in Europa beheimatet sein mögen, oft recht schwer tun. Das entschei­ dende daran haben vielleicht recht unbequeme Gruppen, die Friedens­ bewegungen, vorläufig mehr in Westeuropa, die fast völlig zerschla­ genen Gruppen zur Beachtung der Helsinki-Schlussakte in Osteuropa, erkannt. Es geht um den Menschen als unantastbaren Träger eines Gewissens, der zum doppeldeutigen Inhalt auch der Entspannungs­ politik in Kenntnis aller Hintergründe, frei und verantwortungsbe- wusst Stellung nehmen können muss. Nur so kann dem Frieden wirk­ lich gedient werden, und werden nicht Massen gegen Massen indok- triniert. So bildet der erste Korb in gewisser Weise die Voraussetzung dafür, dass feste Brückenköpfe auf jeder Seite des europäischen Abgrundes 172
        

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