Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
10
Erscheinungsjahr:
1984
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000012263/157/
«menschliche Kontakte und Information», «Zusammenarbeit und Austausch im Bereich der Kultur und der Bildung». So ermutigend sich die betreffenden Texte anhören, der hellhörige Europäer wird gewisse Ausdrucksweisen doch vermerken. Warum zum Beispiel die Komparativa 
freiere Bewegung und Kontakte, 
freiere und 
umfassen­ dere Verbreitung von Information? Warum heisst es hier nicht ein­ fach «frei» oder «umfassend»? Ab wann kann man von freierer Be­ wegung etwa über Grenzen sprechen, wenn eigentlich noch gar keine Bewegungsfreiheit existiert? Offenbar besitzt ein Schwerverletzter schon grössere Bewegungsfreiheit, wenn er aus dem Koma aufwacht und die kleine Zehe bewegt? So kann durch den Komparativ aus der freien Bewegung ein Minimalprogramm gemacht werden, und man bleibt dem Buchstaben der Beschlüsse treu! Leider müssen KSZE- Texte nicht nur so gelesen werden, wie der Gutgläubige sie verstehen kann, sondern so, wie sie einer Staatspolizei, die freies Denken mit allen Mitteln zu verhindern sucht, die Hände binden können. Man merkt, dass trotz der besten Absichten überall ein Hintertürchen für die Staatspolizei offengeblieben ist. Das Blaue Buch stellt die zukünf­ tigen Aufgaben nur im Ansatz. Wenn auch «die Gegenseite» mit­ arbeiten soll, kann deren Staatsräson nicht von vornherein ausge­ schlossen werden. Für viele ist das ein Ärgernis. Der Ansatz zu einer dem Sinn und der Dynamik der KSZE-Texte gegenläufigen Interpre­ tation muss von vornherein erwähnt werden. Die bekannte Gegen­ seite, die Vertreter ihrer Sicherheitsinteressen, ihrer Staatspolizei, werden sich bis zu einem gewissen Punkt immer darauf versteifen können, buchstabengetreu «musterhaft» dem KSZE-Text nachgelebt zu haben. Ob dies der Fall war oder nicht, ob die Einmütigkeit der Teilnehmerstaaten auch in der Durchführung ihres Programms bruch­ los erhalten bleibt, darüber werden, wie man sehen wird, die Nach­ folgekonferenzen der KSZE zu befinden haben. Noch zwei Bemerkungen zur Agenda, diesem wichtigsten Kapitel des Blauen Buches. Wer Abschnitt III liest, wird feststellen, wie verschie­ den die Abschnitte «menschliche Kontakte und Information» einer­ seits, die Abschnitte «Zusammenarbeit und Austausch im Bereich der Kultur», «Zusammenarbeit und Austausch im Bereich der Bildung» andererseits, ausgefallen sind. Es gibt da einen Unterschied. So sehr die beiden letzten Abschnitte grosszügige Initiativen im Bereich der Kultur ahnen lassen, so sehr sind die beiden ersten vom engbrüstigen Bemühen gekennzeichnet, primitive Selbstverständlichkeiten im 
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