Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
10
Erscheinungsjahr:
1984
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000012263/150/
dingbaren Positionen einerseits, die Notwendigkeit trotz der Gegen­ sätze miteinander in Kontakt zu bleiben anderseits, die ehemals alli­ ierten Sieger, die Vertreter des besiegten Deutschland und die Ver­ treter der vier neutralen Staaten Europas an einigen besonders sensi­ tiven Stellen, etwa bei der alliierten Kontrollkommission in Berlin, dazu zwangen, das Auskommen miteinander zu finden. Auf diese Weise wurden in den Jahren 1955—1970 erste Vorstellungen dar­ über gewonnen, wie ein Verhandlungsmechanismus über den euro­ päischen Abgrund hinweg funktionieren könnte. 1. Das Blaue Buch Den eingangs erwähnten Konsultationen, dem sogenannten «Bot­ schaftersalon von Helsinki», fiel die Aufgabe zu, in der Form einer Empfehlung an die beteiligten Regierungen die Voraussetzungen ab­ zuklären, unter denen die betreffenden Staaten bereit wären, an einer Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa mitzu­ wirken. Es ist müssig, eingehend darauf hinzuweisen, von welcher Seite welche Anregungen oder Forderungen eingebracht wurden: der Gewaltver­ zicht, das Prinzip der Rotation des Vorsitzes und des Tagungsortes etwa von Rumänien, Sicherheit im Mittelmeer von Malta, der Ge­ danke der obligatorischen friedlichen Streitregelung von der Schweiz, Unverletzlichkeit der Grenzen von der Sowjetunion, menschliche Kontakte über Grenzen hinweg und Informationsfreiheit von der westeuropäischen Staatengruppe, den USA, etc. Wichtig ist die Erkenntnis, dass in monatelänger Besinnung auf jede der einem einzelnen der 35 Teilnehmerstaaten unabdingbaren Forde­ rungen ein Ganzes, ein gemeinsames Vorhaben entstanden ist. Das Resultat der Klausurtagung der Botschafter, das Blaue Buch, enthält die verschiedenen Forderungen, die die einzelnen Staaten erhoben, als integrierte Teile. Es legt die 
Stellung der Teilnehmerstaaten, die 
Soli­ darität ihres Vorhabens und dessen 
Ablauf in der Zeit als Einheit fest. Es zeichnet mit anderen Worten die Struktur des KSZE-Prozesses als ein Ganzes vor. Dies erfolgt freilich schrittweise und nicht in jedem Punkt mit der gleichen Deutlichkeit. So soll versucht werden, jene Momente, die für das Zusammenwirken des Ganzen besonders wichtig sind, etwas herauszustellen. 157
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.