Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
10
Erscheinungsjahr:
1984
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000012263/122/
Indessen steht fest, dass kein Unternehmen geeigneter wäre, Eigen­ tümlichkeit für Liechtenstein zu schaffen, als das Projekt Kunsthaus. In keinem Vorhaben kann das Wesen des Kleinstaates Liechtenstein einprägsamer dargestellt werden als in dem von Fürst und Volk gewollten und verwirklichten Liechtensteinischen Kunsthaus Vaduz. Eine repräsentative Auswähl von Exponaten aus einer der ältesten und grössten Privatsammlung der Welt fände in einem Kleinstaat Unterkunft, der um Spezifica bemüht ist. In der jahrhundertealten Tradition des Fürstenhauses ist der Sitz des Fürsten auch Ständort der Sammlung. Zum Staunen der Welt wird es daher möglich sein, auf kleinstem Gebiet, in dichter Konzentration von Kulturgut die Grundstruktur eines Kleinstaates offerizulegen und der Staatlichkeit Liechtensteins eine weit sichtbare Sinngestalt zu verleihen. Vor dem Hintergrund europäischer Geistes- und Kulturgeschichte steht nach der Verwirklichung des Kunsthauses eine humane, friedfertige, waf­ fenlose, entwicklungsfähige, überschaubare, bescheidene, auf Qualität ausgerichtete Sozietät, in der polarisierten Einheit von Fürst und Volk organisiert, welche Existenzberechtigung und Eigenart unter anderem aus eben dieser Kultureinrichtung beziehen. Das Kunsthaus wird überdies Bildungsangebote für alle Stufen und Arten der Wis­ sensvermittlung ermöglichen; vom Kindergarten ausgehend, über Schulen, Erwachsenenbildung, Freizeitgestaltung, Sommerkurse, Seminare bis zur Zusammenarbeit mit Universitäten können Aktivi­ täten entwickelt werden. Den Freunden Liechtensteins, dessen Gästen und Besuchern können Einblicke ins kleinstaatliche Leben vermittelt werden. Das Kunsthaus selbst wird einen qualitätsvollen städtebau­ lichen Akzent für den Hauptort Vaduz darstellen. In vielen Bereichen des öffentlichen Lebens sind über kulturelle Tätigkeiten im geplanten Kunsthaus positive Auswirkungen zu erwarten. Neben dem Kunsthaus besitzt Liechtenstein weitere Instrumente kul­ tureller Art, um sich glaubhaft darzustellen. Die 1962/63 gegründete Musikschule arbeitet auf- Landesebene mit Erfolg. Im Jahre 1981 zählte die Schule 1800 Schüler, d. h. 7% der Gesamtbevölkerurig Liechtensteins.35 Daraus erwächst ein breites und tiefes Verständnis der Menschen für Musik an sich, was wiederum auf Familien, Ge­ meinschaften und Dörfer ausstrahlt. Damit nicht genug. Alljährlich organisiert die Musikschule im Sommer Meisterkurse. Ausgewiesene 35 Josef Frommelt, Conseil de PEurope, Doc. 4760 Addendum, Assembl^e Parle- mentaire, Rapport sur l'£ducation musicale, 70ff. 128
        

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