Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
10
Erscheinungsjahr:
1984
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000012263/109/
ferne erreicht, als er schrieb: «Alle seltsamen, merkwürdigen und artigen Dinge schinen mir aus Vadutz zu sein .. .»n Erst gegen Mitte des 19. Jahrhunderts waren in Liechtenstein deutliche Zeichen vor­ teilhafter wirtschaftlicher Entwicklung erkennbar.12 Einen unverkennbaren Anstoss zum wirtschaftlichen Fortschritt im Fürstentum gab der Zollvertrag zwischen Österreich und Liechten­ stein vom Jahre 1852. Bis anhin hatten die engen Zollgrenzen des Kleinstaates jedes Aufkommen eines auf Export angewiesenen Ge­ werbes oder einer Industrie verunmöglicht. Seit dem 1. August 1852 stand Liechtenstein das grosse Wirtschaftsgebiet der Donaumonar­ chie offen.18 Das kleine Land gewann durch Einnahmen aus dem Zollvertrag Geldmittel zu «Landeskulturzwecken».14 Im Zuge der ersten Industrialisierungsphase des Fürstentums stiegen die Zollein­ nahmen an, während das schwache, völlig unvorbereitete liechten­ steinische Gewerbe unter der überlegenen österreichischen Konkur­ renz litt. Kulturelle Aktivitäten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Mit der Besserung der wirtschaftlichen Lage der Bevölkerung und des Staatshaushaltes setzten unverkennbare kulturelle Aktivitäten ein. Im Jahre 1863 erschien die erste «Liechtensteinische Landeszei­ tung» mit der programmatischen Feststellung: «Das Urteil der öffent­ lichen Meinung ist die sicherste Bürgschaft für Recht und Sitte». Ferner sollte der Blick des Lesers über die Grenzen des Landes hinaus geöffnet werden.15 Es folgten zahlreiche Gründungen von kulturell 11 Clemens Brentano, Gockel, Hinkel und Gackeleia, Ein Märchen, Frankfurt 1838. 18 Es würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, wollte man nur die wesentlichen Stufen der wirtschaftlichen Entwicklung nachzeichnen. Die Dissertationen von Rupert Quaderer, Politische Geschichte des Fürstentums Liechtenstein von 1815 bis 1848, JBL 1969, 5ff., Peter Geiger, Geschichte des Fürstentums Liechten­ stein 1848 bis 1866, JBL 1970, 5ff., Alois Ospelt, Wirtschaftsgeschichte des Fürstentums Liechtenstein im 19. Jahrhundert, JBL 1972, 5ff., schildern ein­ drucksvoll den beschwerlichen Weg Liechtensteins bis zum Ersten Weltkrieg. «Peter Geiger, a.a.O., 1970, 186ff., Alois Ospelt, a.a.O., 1972, 262ff., 367ff. 14 Alois Ospelt, a.a.O., 1972, 369ff. Es handelt sich hiebei vor allem um Rhein- wuhrbauten. 15 Peter Geiger, a. a. O., 1970, 311; Walter Wohlwend, Zeitungsgeschichte als Zeit­ geschichte, Schaan 1981, 13. Erste Ausgabe am 12. April 1863. 115
        

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