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Der letzte Gutenberger. 
ÄeimischesBurgenspiel 
von K a r l I o s. M i n st. 
Geschichte der Burg. 
/Gutenberg dürfte in seiner Entstehung weit in die vor- 
christliche Zeit zurückreichen. Zahlreiche Ausgrabungs 
funde lassen vermuten, daß die Burg einst rätisches Boll 
werk war, von den Römern erobert und zum „castellum" 
ausgebaut wurde. Als Krongut finden wir sie später im 
Besitze der Karolinger und endlich der Staufen. 
Am die Mitte des dreizehnten Jahrhunderts treten 
die Herren von Frauenberg als Lehenträger der Burg 
auf, die sie als „Afterlehen" an eine Linie ihres Vasallen 
geschlechtes derer von Greiffenberg weitergaben, die 
sich nunmehr „von G u tend erg" nannte. 
Zn die Zeit der Gutenberger fällt das Auftreten 
der Habsburger Rudolf und Albrecht, die die Burg — 
als einstiges Krongut an sich ziehen wollten. So finden 
wir es erklärlich, daß der damalige Inhaber der Burg, 
Alrich von Gutenberg, sich den „Anzufriedenen" anschloß 
und in die Ermordungstragödie des Königs Albrecht 
(1308) verwickelt war. Gutenberg wurde nun durch Alrich 
von Ramschwag, einen eifrigen Parteigänger der Habs 
burger, belagert und zur Aebergabe gezwungen (1309). 
Anter wechselvollen Geschicken im Züricher Krieg 
(1446), Schwabenkrieg (1499), Prätigauer Krieg (1620— 
1629), Dreißigjährigen Krieg (1646) blieb sie bis zum 
Jahre 1824 im Besitze der Habsburger, die sie durch 
Vögte (meist aus dem Geschlechte derer von Ramschwag) 
verwalten ließen. Seit 1716, nach dem Tode des letzten 
Vogtes auf Gutenberg, begann Verfall unb Abtragung 
der Burg, die bei der veränderten Kriegsart jede strate 
gische Bedeutung verloren hatte.
        

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