Präsident: T«s haben Sie unterzeichnet? Haben 
Sie das auch aufgesetzt? 
Thöny: Das mutz eine andere -Maschine sein. 
Präsident: Es heißt hier einfach, die Unterschrift 
wird beglaubigt, dann nachher kommt die wirtliche Be 
glaubigung. Wissen Sie das nicht? (liest wieder). 
Thöny: Das -habe ich unbeglaubigt nach Zürich 
gesandt, - dort hat Beck unterhandelt, dann haben wir 
eine Beglaubigung verlangt, ich glaube, datz Beck diese 
Beglaubigung bei der Regierung eingeholt hat. Ich 
habe sie nicht eingeholt. 
Präsident: Ich betrachte diese Sache.auch als erle 
digt. 
Dr. Budschedl: Ich habe deshalb nur gefragt^ 
weil ich gesehen habe , , 
Präsident: Sie müssen mir nicht' erklären, warum 
Sie das gefragt haben. 
Dr. .Budschedl: Was ist mit der Vollmacht ge 
schehen, die in der Coburgsache verhandelt wurde, wo 
ist die Vollmacht? 
Thöny: Das wird die Vollmacht sein, die Beck 
später zu den Akten gegeben hat. 
Präsident: Ist in der Coburgsache auch e ine Voll 
macht ? 
Thöny: Als die Herren kamen, haben sie ge 
sagt, das Geschäft sei abgeschlossen. 
Präsident: Sie können nicht sagen, sie haben noch 
Vollmacht gehabt, die ich im Frühling ausgestellt 
habe (Zwiegespräche) ? — Das wird die Vollmacht sein, 
die Sie dort liegen haben vom 15. September.,' 
Dr. Budschedl: .-Mit dieser Vollmacht hat Beck das 
Geschäft gemacht gegen Ihren Willen? 
Thöny: Ja, ich wutzt e es nicht. > 
Präsident: War -Beck ohne weiteres, kraft dieser 
Vollmacht beauftragt, auch in der Coburgsache zu han 
deln ? Haben Sie das.für ein spezielles Geschäft ge 
halten ? 
Thöny: Eine Kreditvollmacht wurde ausgestellt bei 
der Plazierung der Wechsel in Berlin am 15. Septem 
ber. Bei der Ausstellung hat es nicht geheitzen zum 
Abschluß von andern Geschäften, man hat auch nicht 
von andern Geschäften gesprochen. 
Dr. Budschedl: Ich komme auf die Fragen der 
Revisionen.. Sie haben in der Untersuchungshaft an 
gegeben, datz seit 1923 .nicht e in einziges mal.eine Re 
vision war. 
Präsident: Fragestellung, bitte. 
. Der Angeklagte ist soweit im Bilde, datz keine 
Rekapitulation notwendig ist. Wir dürfen ganz ruhig 
zur Fragestellung schreiten. 
. Dr. Budschedl: Wann wurden Sie vom Verwal 
tn ngsraf kontrolliert? 
Thöny:, Er hat nie eine Kontrolle vorgenommen, 
die einzige Kontrolle war die von Stephan Ritter. Das 
war im Mai 1927. 
Präsident: Stephan Ritter hat damals 8 Tage 
lang Hypothekenlontrolle durchgeführt? 
Dr. Budschedl: Wäre Ihre Begangenschaft nicht 
aufgekommen, wenn man einen Kassasturz gemacht 
hätte? 
Thöny: Tann wäre .es nie', so -wert gekommen, 
weil verschiedene Posten herausgekommen wären. 
Dr. Budschedl: Es sind aber eine Menge Rech- 
nungszettel in der Schublade gelegen. 
Präsident: Sie sagen, es wäre nicht so weit ge 
kommen, wenn man einen Kassasturz gewacht hätte 
wenn einzelne Sachen zum Vorschein gekommen wären. 
Wer sagt dies? Ich glaube Thöny. ES waren ver 
schiedene Coupons, die nachträglich auf Konto Beck 
gekommen sind.' - .' 
Präsident: Die Kreditpositionen, die wir letztes mal 
behandelt haben? 
Thöni: Ja einige davon,' die habe- ich dann 
am Abend -auf Grund' von Belegen immer als Aus 
stand ausgewiesen. 
Präsident:' Das wäre also das Conto Niko Beck. 
Konto Walser, Konto Walser undPxugger, Konto! Milt 
ner und Carbone. 
Thöny: Ja. 
Dr. Budschedl: Wieviel haben die Beträge ausge 
macht, die in der Kassa gefehlt haben? 
Thöny: Die Belege, die die Kassa ausgewiesen, hat, 
können 20—30,000 sanken gewesen sein. 
Präsident: Tann mutz unterschieden werden je nach 
dem Zeitpunkt, in welchem der Kassasturz gemacht wurde. 
Dr. Budschedl: Zu wem haben Sie die Aeußerung 
gemacht, datz Sie keinen Verwaltungsrat einberufen 
wenn die Herren kein Interesse haben, dann ist es Ihnen 
gleich. 
Thöny: Diese Aeutzerung habe ich zu Stephan Ritter 
gemacht. 
Dr. Budschedl: Bleiben. Sie heute noch dabei, 
datz Ritter eine grohe Dummheit gemacht hat, indem 
er dem Gerücht vom April 1927 nicht nachgegangen 
ist? 
Thöny: Ich bleibe noch dabei, denn. wenn er.dem 
Gerücht nachgegangen wäre, wäre es dazumal schon 
zun, B-ruch. gekommen, es wäre alles besser herausge 
kommen. 
Präsident: Ich mutz Sie aufmerksam machen, datz 
Sie in erster Aiinie die Pflicht gehabt hätten, auf 
diese erste Warnung zu hören. Sie mutzten die Pflicht 
erfüllen, auch wenn man Sie nicht kontrollierte.-.' 
Thöny: Wenn Ritter der Sache nachgegangen wäre, 
wäre es für uns ein Glück gewesen. / 
Dr. Benzer frägt: Wie wäre das möglichmewesen? 
Thöny: Zur Hintanhaltung der ganzen Sache wäre 
es von Bedeutung gewesen, wenn Ritter herausgerückt 
wäre. 
Dr. Budschedl: Eie haben die Kontrolle getäuscht, 
damit, datz Sie Debitoren unter Kreditoren gestellt 
haben. 
Thöny: Nein. 
' Dr. Budschedl: In der Kartothek haben auf ein 
mal unter den Debitoren Kreditoren' fungiert. 
Thöny: Das stimmt nicht. 
Budschedl: Eie wissen, datz früher Härlmackn der 
Verwalter war. 
Angeklagter: Ja. 
Präsident: Darf ich zur Frage der Revision eine 
Bemerkung machen? Sie wurden seit Oktober 1926 
nie mehr kontrolliert? ° 
Angeklagter: Doch, durch Walser . im Frühjahr 
1926.
        

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