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Walser; Wechseldiskontierung tapferer, 
- Cchwarzwald, Stein. • 
Ta rb one: 
1: Fr. 25,000.— 
samt 6 Prozent Zinsen seit. 20. Mai 
. 1927, in solidum mit Thöny. Bürg- 
- schaft Wallerstein. 
2. RM. 90,000 --- 111.150— Fr. 1111,150 — 
samt 6 Prozent Zinsen laut Anerkennt 
nis, Berliner Wechseldiskontierung. 
3. - Fr. 53,305.35 
samt 0 Prozent Zinsen seit 27. Juni 
1929, in solidum mit Thöny, Walser 
und Beck; Wechseldiskontierung durch Dr. 
Goldfinger. 
4. Fr. 30,000.— 
' faMt. 6 .'Prozent. Zinsen ab 18. Jul^1928 
in solidum mit Thöny, -Walser, Beck; 
Wechsel der Hermesbänk. . 
5. Fr. 8,000,— 
samt 6 Prozent Zinsen ab 13. Juni 
1928, in - solidum mit Thöny und Wal 
ser; Wechseldiskontierung Schwarzwald. 
an die Spar- und Leihkasse, Liechtensteinische Landes 
bank in Vaduz verurteilt. - . .. 
Gemäß. Paragraph 238 St. P. O. werden die üb 
rigen Ansprüche der geschädigten Sparkassa auf den Zi 
vi lrechtsweg verwiesen. 
In die Strafhaft wird eingerechnet die Untersu 
chungshaft : 
bei: 
1. Franz Thöny vom 8. Juni 1928 bis' 30. Nov. 1929'. 
bei: 
2. Walser Anton vom 8. April 1928 bis -30. Nov. 1929. 
bei: ° 
3. Tarbone Rudolf v. 29. April 1928 bis 30. Nov. 1929. 
bei: 
4. Beck Niko vom 9. April 1928 bis 30. Nov. 1929. 
Gemäß Art. 3, Zl. 3 des Gesetzes vom 1. Juni 
1922 ii. G. Bl. Nr. 22 wird eine llrteilsgebühr gegen 
jeden der Angeklagten, von.Fr. 50..— ausgesprochen. 
In der mündlichen Begründung führte der Vor 
sitzende kurz aus: 
Bei den gegenständlichen Begangenschaften handelt 
es sich im wesentlichen um die beiden Verbrechen- des 
Betruges i. S. der Paragraphen 197, 200. 201 a, 201 d, 
sowie des Verbrechens der Veruntreuung i. S. des Pa 
ragraph 183 St.' G. 
Betrug ist die listige Erregung oder Benützung des 
Irrtumes eines andern, durch welchen- derselbe zu ei 
nem Verhalteil bestimmt wird, welches nach Absicht des 
Täters zur Schädigung irgend einer Person - führen soll. 
Demnach bilden die Tatbestandsmerkmale des Be 
truges : 
1. als Tathandlung eine. List, 
2. als Folge der List die Erregung oder Erhal- 
. tung des Irrtumes eines anderen. 
3. Als Ausfluß des Irrtumes ein Verhalten des 
Getäuschten, durch., welches nach der Absicht des 
Täters irgend wer geschädigt werden soll. 
4. Als Objekt der beabsichtigten Schädigung ein 
Recht irgend einer Person. 
Sowohl -hinsichtlich der im Urteilstenor aufgeführten 
Wechselbegebungen, als auch der dort ausgeführten Bürg 
schaftserklärungen beständen die listigen Handlungen de- 
Haupttäters. Fräi^ Thöny in der Heimlichkeit, Nichtbu 
chung, im Beseitigen. Unterdrücken und Vernichten von 
'Korrespondenzen. ... ; 
Zufolge dieser listigen Handlungen wurde bei der 
gesetzlichen Gesamtvertretung der Sparkasse — Verwal 
tungsrat, Kontrollstelle. Regierung und Landtag — irr 
tümlich der Glaube erweckt, daß keine die gesetzliche.Kom 
petenz des Verwalters überschreitende und der Geneh 
migung des Verwaltungsrates' bedürftige Verpflichtun 
gen für die Sparkasse in Frage stehen. Dieser Irrtum' wür 
de in gleicher Weise wie die Erregung aufrechterhalten. 
Als Ausfluß des Irrtums rxgab sich ein inaktives 
Verhalten der getäuschten Sparkassevertretung, durch wel 
ches das Institut der Landeskasse an seinen Rechten 
und. seinem Vermögen Schaden gelitten hat. 
An den Laihandlungen des Haupttäters Franz 
Thöny haben in einer in Paragr,aM 5 Strafgesetz beschrie 
bener Art und Weise durch Einleitung deh (Uebeltat, durch 
absichtliche -Hierbeischaffung von Mitteln, Hintanhaltung 
von Hindernissen, durch Vorschubgeben, durch Hilfeleisten, 
durch Beitrag Zur sicheren Vollstreckung, sowie über nach 
vollbrachter Tat zu leistende Hilfe'..und Beistand und 
über einen Anteil' an Gewinn und Vorteil Walser An 
ton, Tarbone Rudolf und Beck Niko als Mittäter teil 
genommen. Entgegen den Behauptungen der Angeklag 
ten, daß. ihnen eine Schädigungsiabsicht gegenüber der 
Spar- und Leihkasse ferngelegen habe, kam der Gerichts 
hof zur Ueberzeugung, daß sie den schädigenden Erfolg 
ihrer Handlungen erkannten und erkennen nkußten. Sie 
wollen den Willen gehabt haben, Geschäft zu tätigen, 
um einige Passivposten bei der Landesbank zu decken und 
dadurch dem Lande Nutzen zuzufügen. Betrachtet man 
aber die Art und Weife ihrer Betätigungen, so kann 
diesem vorgegebenen Willen kein Glaube zugemessen 
werden. Man 'beachte den Umstand, daß Thöny, Walser, 
Tarbone und Niko Beck als vermögenslos zu bezeich 
nen sind, man erwäge die Unabgeklärtheit und Un- 
icherheit der Geschäfte — des Likörgeschäftes, der Klas- 
enlotterie, des. Filmunternehmens, >der Banca Agricola, 
)er Tommerziale^. der Fischereipacht, der Finanzierung
        

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