verhan-lun-s- 
aus dem Kriminalprozeß gegen Zranz Thönp, Niko Seck, -lntön.Walser und Ruöolf -Carbone. 
3. Ausgabe. - ■ ■ , • Mittwoch, .20: tUip; 1S2». 
Präsident: Wie haben Sie das gemacht? . 
Thöny: Das Fräulein .Hoch im Büro habe ich an- 
telephoniert, sie solle ihn mir bringen, sie hat ihn mir 
gebracht. 
Präsident: Sie haben auf die Kanzlei des Verwal- 
tungsratspräsident Beck telefoniert, ob Herr. Dr. Beck 
nicht anwesend sei.. 
Töuh: Das wird schon sein. 
K- Präsident: Der 26er Bericht-ist im Jahre 
^ 27 erst im Mai oder Juni vor der Aufdeckung 
der Verfehlungen erstattet worden. 
Thönh: .War damals noch nicht heraus. 
Prüsioent: Das wäre der 26 er Bericht gewe-- 
sen, von dem wir jetzt gesagt haben. Dre Rech- 
nungsablage hat sich einen Monat verzögert. 
Der Bericht über das Jahr 1926 wurde er 
stattet im Mai 27. Da haben Sie sich vergewissert, 
daß Herr Dr. Beck nicht anwesend war. Nicht 
war? 
Thönh: Ich habe Frl. Hoch ersucht um ganz 
genaue Austunst. Wie das zugegangen ist, weiß 
ich nicht, da ich an Frl. Hoch telefoniert habe, ov 
der Bericht ganz stimmt. Dann hat sie mir den 
Bericht gebracht, und ich habe ihn bei der Spar 
kassa liegen gelassen. ' 
Präsident: Sie haben diesen Bericht doch nicht 
gebraucht. 
Thönh: Nein. Das war so um die Zeit, als 
von. Bukarest der Bescheid kam, das Geschäft kom 
me zustande, es komme alles' in Ordnung. Wir 
glauben, daß wir die Sache regeln können. 
Präsident: Sie wollten solange ihre-vorge 
setzten Organe ...im . Urklaren lassen? Ueber die 
Wechsel von 56.000 und 50.000 bei Stahl & 
.Rösser, über die Fabankwechsel und die Wechsel 
Dr. Goldfinger. - 
' Thönh: Ja, daraufhin habe ich protokolliert 
und habe dort erwähnt, daß ich bei 2 bis 3-die 
Richtigkeit bestätigt habe. 
Präsident: Goldfinger gegenüber haben Sie 
die Richtigkeit bestätigt. 
Thönh: Das kann sein. 
Präsident: Und der Fabank gegenüber? - • 
Thönh: Da weiß ich die 300.000, die mit 
Ws 10.000.- belastet sind. 
Präsident: Nun wissen Sie, was. die einzel 
nen Mitangeklagten aus diesen Diskonterlösen.-u. 
aus diesen Transaktionen erhalten haben. Wis 
sen Sie das? . - 
./ Thönh: Nein, das weiß ich nicht. ' 
' Präsident: Sie wußten-es auch damals nicht? 
Thönh: Ich iveiß es auch heute nicht. 
Präsident: Hat Ihr Mitangeklagter Sie nicht 
darüber orientiert, was jeder einzelne 'nun wie 
der eingenommen hat? 
r Thönh: Nein, das hat er nicht. 
Präsident: Hat niemand genau. Buch geführt- 
über alle diese Transaktionen? 
Thönh: Nein. 
Präsident: Es sind etwa 43 Wechselverpflich 
tungen, . Bürgschaftsverpflichtungen, Darlehen u. 
s. w. Ueber das hat Sie-niemand Unterrichtet? 
Thönh: Nein. ' 
Präsident: Haben Sie mit Nico Beck '-keine 
Vereinbarung getroffen wegen seiner Tätigkeit 
für die Landesbank? - 
Thönh: Walser brauchte die gesamten Spesen 
.... Dazumal habe ich gemeint zu Lasten von 
Walser werden die Spesen getragen. Es hat'sich 
aber immer in die Länge gezogen und es ist selbst 
verständlich gewesen, daß Nico Beck seine Spesen 
für sich verwendet hat zu' Lasten der' Ländes 
bank. - ' 
Präsident: Das hätte also alles gedeckt wer 
den sollen, wenn es" in -Rumänien einmal zu 
stande' gekommen wäre. - - - 
Präsident: Es hätte aber ein. ganz gewal 
tiges' Geschäft werden.müssen, fabelhäfte Gewinne 
abwerfen müssen,. wenn alle dies? Verpflichtun 
gen, dre im Laufb'der Zeit nach allen Mchtungen 
entstanden..sind,; hätten abgedeckt werden können. 
Das mußte. Ihnen als.. Banksachmann . bekannt 
sein. Ist es Ihnen nicht ausgefallen, daß bei sol 
chen, teuren. Geldern, bis. 25o,v Diskontspesen Zin 
sen und Provisionen usw. . bezahlt werden müs 
sen, daß damit irgendwelche'legale Geschäfte-nicht 
getätigt werden können. ' . 
Thönh: Das habe ich. dazumal--nicht - gewußt, 
daß die Gelder so teuer sind. ' Er .hat. gesagt, er 
übernehme die.Disköntspesen. Da.-.Sät: es mich 
nicht-weiter interessiert, habe nicht gewußt, dag 
eine Provision..von 10,00.0. Mark und noch mehr 
bezahlt-werde...
        

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