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Tiaten, jetzt sei er . so ausgebildet, daß man ihn anstellen 
könne. 
Huber: Ich'möchte wissen, ob Sie bei dieser Wahl, wo 
die Treuhandgesellschast mit aller Deutlichkeit und sogar mit 
der Drohung, daß sie sonst nicht mehr in der Lage wäre, ihre 
Kontrolltätigkeit weiter zu führen, auf die Notwendigkeit 
aufmerksam gemacht haben, einen tüchtigen Fachmann, der 
Erfahrung besitzt und nicht wie der Herr Hartmann lind wie 
der Herr Thöny auf solche Weise anzustellen. Ob Sie damals 
diese Ausführung gekannt haben. Das ist ein Bericht, der 
Ihnen auch gegangen ist. 
Präsident: Wollen Sie die Frage nun beantworten? 
Schädler: Ganz sicher kaun ich es nicht sagen und was 
ich nicht sicher weiß, sage ich nicht. 
Dr. Hliber: Wäre es möglich, daß Sie diese Frage be 
antwortet hätten, ohne nur beu Kontrollbericht zur Kennt 
nis zu nehmein w 
Schädler: Das kann man in der Regierung nachsehen. 
Jedenfalls hat man dort die Vernnltung gehabt, daß Thöny 
recht sei, weil er genug gelernt habe in Mels, sonst häite 
ich, nicht zugestimmt. 
Präsident: Gehen wir weiter. 
Dr. Huber: Ich mutz mir vorbehalten, datz ich morgen 
noch einmal komme und Sie sich inzwischen vergewissern. Ent 
weder hat der Zeuge diesen Bericht gekannt und trotzdem die 
Wähl bestätigen Helsen, oder er hat ihn nicht gekannt und 
deshalb möchte ich weiter fragen, nur in dem einen Punkt 
noch. In verschiedenen Berichten ist die Frage des Dotations 
kapitals behandelt. Ich mache daraus aufmerksam, datz laut 
Gesetz ein Dotätiouskapital von einer Million der Bank zur 
Bersiigung zu stellen sei, und datz diesen gesetzlichen Vor 
schriften weiter noch nicht entsprochen worden sei. Wie haben 
Sie sich zu diesen Verhandlungen der Kontrollstelle gestellt? 
Schädler: Wir haben geschaut, da? Dotationskapital zu 
bekommen, aber es ist nicht möglich gewesen. Ich, bin 
einzelnen vorstellig geworden, aber es lvar nicht möglich, 
trotzdem wir uns sehr bemüht haben. 
Dr. Huber: Man hat also diese ungesetzlichen Zustände 
bestehen lassen? 
Schädler: Ich kann nur sagen, bestanden haben Sie 
tatsächlich leider, aber wir haben uns bemüht, soweit es mög 
lich war. 
Dr. Huber: Noch eine Frage, die sich nicht auf das be 
zicht. Hat Herr Beck, der hier sitzt, auch schon einmal irgend 
einen Auftrag bekommen von der Regierung, darin tätig 
zu sein? 
Schädler: Ich glaube, daß wir damals, als wir das 
Lawenawerk bauten, mehrere Herren ersucht haben, zu 
schauen, daß sie das Geld bekommen. Damals hat Nico Beck 
gesagt, er glaube, daß er etwas fertig bringen könnte. 
Darum also ist auch in dem Sinne etwas gegangen. ° 
Dr. Budschedl: Mit Rücksicht auf den Kontrollbericht- 
möchte ich noch eine ergänzende Frage stellen. 
Präsident: Wir wollen die anderen Herren auch einmal 
fragen lassen. . 
Dr. Budschedl: Im Kontrollbericht vom Jahre 1926 ist 
insbesondere ein Passus enthalten, der Ihnen sagen niußte, 
datz Sie etwas unternehmen sollen. Es -steht hier, datz nach' 
Schilderung der verschiedenen Kredite, die schlecht sind,-auf 
dem bisherigen Weg nicht fortgemacht werden darf.' 
Präsident: Ich muß Sie daraus, aufmerksam.machen, 
datz der Zeuge,.Herr Pros. Schabte.^ sich nicht Ihnen gegen- 
über verantworten mutz.. ■ 
Dr, Budschedl: Das. weiß ich schön'. Ich. will ihm'nur 
diesen Bericht, nur die rechtliche Stelle 'der Kontrollstelle 
vorhalten und ihn dann fragen,-, ob daraufhin.etchäs unter- 
nommen wurde? 
Präsident: Kontrollbericht 26, da steht: ,,Aüs dein bis 
herigeil Weg usw." (Liest.) Es handelt'sich stm'die Bean 
standung einzelner Positionen im Kontrollbericht,. speziell 
über einzelne ungedeckte Kreditposten, die beanständet wor 
den sind. Nun fragt Herr Dr. Budschedl,- ob'.Sie auf das 
hin etwas vorgenommen haben, mit dem Angeklagten Thöny 
in Verbindung getreten sind. 
Schädler: Nein, ich bin nicht in Verbindung getreten. 
Nach deni Gesetz ist die Beaussichtigling der Regierung und 
der Verwaltung tatsächlich beschränkt aus den Art! 23, den 
haben ivir erfüllt. Das ist Sache. des Verwaltungsrates. 
Dr. Budschedl: Sie haben weder Thöny.nach Beck als 
Präsident etwas davon berichtet? 
Schädler: Nein, beiden nicht. 
Präsident: Dann wären wir mit der Befragung des 
Zeugen zu Ende. Nun zur Frage der Beeidigung. Ich möchte 
anfragen, ob Sie die Beeidigung wünschen? 
Staatsanwalt: Ich verzichte. 
Dr. Budschedl: Ich verzichte. 
Verteidiger: Ich verzichte. 
Präsident: Alles verzichtet. Herr Professor,. Sie sind 
entlassen als Zeuge. Von mir aus können .Sie im Saal an 
wesend sein oder sich wegbegeben. 
Schädler: Herr Präsident, ich hätte lediglich eine kleine 
Sache nachzutragen. Ich weiß, daß Bankdirektor Schredt sagt, 
er wäre vor dein 30. März schon bei mir gewesen nnd hätte 
eine Andeutung gemacht, von den Wechseln. Ich bitte, den 
Thöny zu fragen, wann'ich das erstemal zu -ihm gekommen 
hin, denn an jenem Tag habe ich mit dem Bankdirektor 
Schredt das erstemal von -ihm gesprochen. Ich bin bei Dr. 
Beck von halb 2 bis 2 Uhr oder etwas später gewesen. Ich 
bin von Schaan'von der Prüfung gekommen und nach der 
Prüfung bin ich heim, ohne eiilen Schoppen zu trinken und 
darin zum Thöny an jenem Tag beziv. am andern Morgen 
.Herr Direktor hat die Auffassung, daß ich vorher schon ein 
mal dort gewesen bin und deshalb lege ich Gewicht darauf, 
datz-Thöny befragt wird, wann ich gekommen bin. 
- Präsident: Erinnern-Sie sich daran, Thöny?' 
Thöny: Herr Professor ist das erstemal an denk Tag ge 
kommen, wo er von Schaan herüber geholt worden ist. Ich 
habe gemeint, es sei gewesen, vor Dr.. Ritter abgefahren ist, 
aber Ende. März ist es gewesen. 
- Präsident: Diese Zeiigensrage ist beendet, Sic können 
abtreteii. Herr Dr. Ritter, ich möchte Sie als Zeuge befragen 
über Ihre Reise nach Wien. '. . - . 
Dr.. Ritter: Das war Ende März des vergangenen Jah 
res, da lietz der Herr Dr.- Beck, mein Ehcs.- den Herrn Spar- 
kassenverwalter Thöny zn sich kommen, .und.zwar.auf Grund 
eines Briefes des Herrn Rechnungsdirektors Zatloukal, in 
welchem -von Sparkassenwechseln die. Rede war. Herr Dr. 
Beck stellte den Herrn. Thöny über diesen. Brief zur Rede. 
Ich war bei dieser Unterredung nicht Persönlich zugegen, aber 
Herr Dr. Beck hat mir nach. Schluß, derselben, gesagt, es sei 
ungeheuerlich und unerhört, es habe Thöny tatsächlich Wechsel 
ausgegeben und ich solle ni.ir. nnr denken, sogar Blankowechsel
        

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