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überzeugen. Wenn Sie davon überzeugt sind, können 
wir einen Modus finden, der beide Teile befriedigt 
zu einem Vertrag. 
Staatsanwalt: Walser! Sie hatten die gesamten 
Vorbereitungen für die Erteilung der Konzession getrof 
fen. Sie . hatten zu diesem Zwecke schon Hunderltausende 
und viele Tausende geopfert. Die 'Gesamtvorbereitungen 
waren geschaffen. Sie selbst waren infolge eines un 
glücklichen Zufalls nicht mehr in der trage, die Gesamt 
vorbereitungen auszuüben. Warum ist in Rumänien 
selbst nach der Richtung nichts unternommen worden, 
wenn. das Geschäft doch so glänzend stand? Wenn das 
Geschäft so nahe an der Vollendung war, warum iit 
der Rumänische Staat, dem in diesem Falle doch kein 
Geldopfer zu gering sein sollte, nicht auf'diesen: außer 
ordentlichen glücklichen Gedanken gestoßen? 
Walser: Ich kann darauf sagen, daß bereits ein 
Gutachten vorliegt, daß der Rumänische Staat diese 
Sachen nicht betreiben soll. 
Staatsanwalt: Weil? Wenn ich unterbrechen darf. 
Walser: Weil eine Privatgruppe dem Staat die 
sicherere Gewähr einer prompten Durchführung der Sa 
che besser gibt. Und was das andere! .anbelangt, so dürfen 
Sie versichert sein, daß diejenigen Menschen, die sich 
bis heute mit diesem t.'otteriegeschäft befaßten, nach 
diesem Skandal nicht wieder auf das Tableau treten 
können. 
Staatsanwalt: Rach welchem Skandal? 
Walser: Der entstanden ist durch meine Verhaftung; 
Herr Staatsanwalt, glauben Sie nicht, daß in Rumä 
nien die Polizei bei den Leuten nicht angetippt hat in 
dem Moment, wo seitens der Staatspolizei, deren Prä 
sident mit diesen Leuten auf dem besten Fuße lebt, 
angefragt hat, was weißt Du von der ganzen Sache, 
dann mar Schluß mit der Sache. Diese' 'Meinung habe 
ich seinerzeit dem Untersuchungsrichter mitgeteilt und ich 
habe ihn ersucht, man Möchte nicht auf diese Weise 
in Rumänien arbeiten. 'Man solle Vertrauensleute hin 
unterschicken. Das ist der Weg, den ich vorgeschlagen 
habe. Wenn man diesen Vorschlag nicht befolgt hat, so 
ist nichts mehr zu machen. 
Präsident: Der normale Weg 'des Rechtshilfesu- 
chens ist beschritten werden, dann ist nach längerer 
Zeit von Rumänien aus die 'Antwort gekommen, daß 
aus formellen Gründen dem Hilfefuchen nicht stattge 
geben werden könne. 
Walser: Ich möchte nicht etwa den Anschein auf 
kommen lassen, daß ich dem Untersuchungsrichter ir 
gend einen Vorwurf machen wollte; ich sagte ihm', wie 
man es machen solle, worauf er mir erwiderte, das 
ist nicht meine Sache, ich muß die Sache von amts- 
wegen durchführen. 
Staatsanwalt: Es find unter anderm verschiedene 
Wechsel begeben worden, z. B. der von' Zwicky wär von 
Thönr, akzeptiert mit seinem Namen und trug nur das 
Siegel der ^'andesbank. 
Niko Weck: Ich weiß nicht, war dies ein Sola 
wechsel von Walser als Aussteller gezeichnet oder war 
es' ein 'Akzept; auf aste Fälle war Walser Schuldner und 
die Wank Garant. 
Staatsanwalt: Warum ist dann dieser Wechsel 
Thöny's dem Walser nicht belastet worden und warum 
ist nicht gegen Walser das Regreßrecht ausgeübt wor 
den ? 
Thöny: Aus den bereits bekannten Gründen, weil 
es zwecklos gewesen wäre. 
Staatsanwalt: Gegenüber der Fambank wurden 
eigene- Wechsel ausgestellt, warum? 
Niko Weck: Es bestand eine Abmachung über diese 
beiden Wechsel zwischen Justus - Md der Llandesbank. 
Staatsanwalt: Warum wurden dort Eigenwechsel 
ausgegeben? Früher hat man mit Akzepten .gearbeitet, 
bei denen die L.'andesbank der Bezogene und Aeqniva- 
lent war, an verschiedene Ordres und in dem Fall 
war es ein Eigenwechsel. 
Niko Weck: Da lag kein besonderer Grund vor. 
Ich weiß nicht, warum diese Form ertra gewählt wor 
den ist. 
Staatsanwalt: War vielleicht die Unterschrift Thö-' 
nys rechts unten angebracht? 
Niko Weck: Ist auch möglich; es war ein Atzept, 
das bereits früher zu andern Zwecken ausgestellt wurde. 
Staatsanwalt: Warum haben Sie bei den gesamten 
Transaktionen die Bank als Akzeptanten aufscheinen 
lassen und nicht die Blank als Aussteller? 
Niko Weck: Das wurde nach den Umständen, wie 
es der Betreffende wünschte, gemacht; ich konnte nichts 
ändern daran. 
Staatsanwalt: Ich stelle mir vor, wenn Sie dem 
Carbone ein Ahept ausstellen und die ttandeSbank 
als Aussteller, dann wäre die Unterschrift genau in 
derselben Weise dort gestanden und Sie hätten dis 
Möglichkeit gehabt, hier das Regreßrecht auszuüben. 
Carbone: Es war nur klar, daß man daS hätte an 
ders machen können, dann hätte ich auch den größten 
Teil des Geldes bekommen. 
Staatsanwalt: Das haben Sie sonst auch bekom 
men. 
Staatsanwalt: Haben Sie nicht erklärt, daß eine 
Vereinbarung dahin bestand, daß Sie die gesamten 
Wechsel zur Zahlung übernehmen? 
Carbone: Es hat die Vereinbarung, bestanden, daß 
ich sämtliche Zinsen und Spesen bezahlen werde. Spä 
ter habe ich gesagt, wenn ich die ^ampensache durch 
geführt habe, bin ich bereit, die ganzen Wechsel einzu 
lösen. 
Staatsanwalt: Vorher haben Sie anders gesagt. 
Carbone: Entschuldigen Sie, Herr Staatsanwalt, wie 
komme ich dazu einige Hunderttausend Wärt herzu 
schenken. 
Staatsanwalt: Weil Sie die Möglichkeit haben, das 
Patent zu. verkaufen. 
Carbone: Weil ich ihnen noch Geld beschaffe und weil 
jich noch dazu die Zinsen und Spesen bezahlen soll. 
Staatsanwalt: Sie haben ja eine Gewinnbeteili 
gung in Aussicht gestellt! Md aus der Gewinnbeteili 
gung sollte .das «bezahlt werden und die Zahlung 
haben Sie auf den St. Nimmerleinstag hinausgescho 
ben. 
(Fortsetzung folgt.) 
Im Auftrage der fürstl. Regierung. 
Buchdruckerei Gutenberg, off. Handelsgesellschaft, 
— Schaan. —
        

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