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der einen Seite will er mich als den Betrüger stempeln, 
und auf der andern Seite schickt er mich einige Wochen 
später nach London mit Bankwechseln. Eines von.bei 
den kann meiner Ansicht nach nicht stimmen. 
Präsident: Wir kommen darauf zu sprechen. Nun 
zur Koburgsache. 
Weck: Ich möchte nur erwidern, datz ich Carbone 
nicht nach London geschickt habe mit Wechseln. Ich'habe 
die Wechsel im Auftrag von Justizrat Bollert dem 
Carbone gegeben. Weder ich. noch die ä-'andesbank ha 
ben die Wechsel nach den Abmachungen zu diskontieren 
gehabt und Carbone war nie und nimmer, auch später 
nicht, . Treuhänder von mir oder der Landesbank. Das 
mag für jetzt und später festgestellt sein. Ich hätte 
Carbone nie als Treuhänder für die Bundesbank nach 
London gehen lassen. Er hat die Wechsel mit Verant 
wortung Justitsrats BoHerts in Empfang genommen 
und auf seine effektive Veranlassung ist er nach Lon 
don gegangen. 
Präsident: Sprechen Sie weiter über die Koburg- 
sache. Wir kommen auf das wieder zurück. 
Weck: In der neuen Koburgangelegenheit fand die 
Sitzung statt bei Carbone. Nachdem man sich vorher 
hin und her unterhalten hat über das Geschäft, kam 
an einem Sonntag ein gewisser Dr. Eisler aus Prag. 
Dieser Dr. Eisler stellte uns Justus als den ..Känn- 
Alles" in der Tschechoslowakei vor. Er erzählte uns, 
datz jedes Geschäft, das unmöglich fei. Dr. Eisler feriic 
bringe zufolge seiner Beziehungen, die er speziell be 
der tschechischen Regierung habe, insbesondere aber die 
besten Beziehungen zum Bodenamt. Die Koburg'schen 
Güter waren vom Bodenamt beschlagnahmt. 
Präsident: Waren Sie in der Tschechoslowakei. 
Beck: Ja. 
Präsident: Haben Sie die Güter angesehen? 
Beck: Nie in meinem Leben. 
Präsident: Was haben Sie dann getan? 
Weck: Ich war in Verhandlungen mit Dr. Eisler 
und Justus Klüglich des Vertrages und hatte gar 
keine Veranlassung, die Güter zu besichtigen. Es ist 
jy nicht zum Geschäft gekommen. Bevor wir unseren 
Vertrag nicht effektiv abgeschlossen hatten, hatte es lei 
nen Sinn, die Sache zu besichtigen. 
Präsident: Wie konnten Cie Thöny berichten,' datz 
das ein grotzes Geschäft sei. 
Beck: Ich erinnere mich nicht daran, Thöny ln. die- 
er Richtung Auskunft gegeben zu haben, datz ich über 
zeugt sei, datz es sich um ein grötzeres Geschäft handle^ 
andern ich habe lediglich die Meinung weitergegeben, 
die man mir beigebracht hat. von dem Geschäft, nach 
dem speziell Dr. Bollert von mir sehr nahestehenden 
bekannten Leuten empfohlen worden, ist. 
Präsident: Sie haben doch Thöny auch veran- 
latzt die 2 ^Millionen Wechsel zu schicken. - 
Beck:. Ich nicht ..Das habe ich nicht gemacht. 
Präsident: Wer denn? , 
Weck: Ich habe mit Thöny über die 2 Millio- 
nen Wechsel nicht gesprochen. 
Präsident lzu Thöny): Ich habe gemeint, Beck- habe 
es gemacht, wenn Beck es nicht war, mutz cs Wal 
ser gewesen sein. ' , 
Walser: Ich habe es nicht gemacht. Beck hat cs 
nicht gemacht, ich weitz es auch nicht, ich nicht, 
Beck nicht, irgend ein Fremder in Berlin,.... 
dann wir zusammen, aus jeden FaH^im Ein 
verständnis B eid er. Auf jeden Fall ist Thöny 
ersucht worden. 
Präsident': Kann das sein? 
Beck: Es ist möglich. 
Präsident: Da sind die Wechsel für zwei Millionen ab 
gegeben worden, wir wissen, datz cs da nicht zu einein Ge 
schäft gekommen ist. Aber am Schlüsse ist dann der Wechsel 
diskontiert worden von 23 000 Reichsmark. Wir müssen, 
auf die Angelegenheit mit Carbone nochmals zurückkommen. 
26 000 Reichsmark burri) Dr. Robert Eitzler, das haben Sie 
besorgt? 
Beck: Ja. 
Präsident: Sie haben dem Dr, Robert Eitzler das' 
Blanko, das Sie hatten^ mit 25 000 Reichsmark gegeben. 
Zwischenruf: Das war viel später. 
Präsident: Dr. Eitzler wollte Vorschuss haben? Dr. 
Eitzler war nicht Ihr Anwalt? 
Beck: Rein. Er war Anwalt der Jnvesting Corporation 
uiib hätte für die J'nvesting Corporation das Geschäft beim 
Bodenamt durchführen sollen. Aus dem Wcchscldiskontcrlös 
hätte er Honorare bekommen sollen von der Investi »g Cor 
poration. wenn das Geschäft zustande gekommen wäre. 
Präsident: Wie kamen Sic dazu, ihm 7500 Reichsmark 
zu genehmigen für seine. Tätigkeit? 
Beck: Dazumal waren nock) die Verhandlungen mit Ko- 
burg in Wien und Schmidt war in Wien. Uebrigcns habe 
ich' auf dem betreffenden Wechsel persönlich die Bürgschaft 
übernehmen müssen, was aucl) darauf sein wird. 
Präsident: Was bedeutet das? 
Beck: Das bedeutet, datz Dr. Eitzler die Sache nicht 
machen wollte. Die Sache ist so. Wir haben in Wien nicht 
nur versucht, diesen Abschnitt unterzubringen, sondern es ist 
versucht worden, verschiedene andere -Abschnitte unterzu 
bringen^ Zu diesen gehören in der Folge auch die von Gold 
finger. 
Präsident: Woher haben Sie das Akzept erhalten, ans 
den/Abschnitten, die Thöny nach Wien geschickt hat? 
Beck: Walser war in Rumänien und ich hatte dringend 
Geld nötig und deshalb hak man das Gcscl)äst. gemacht und.' 
Eitzler hat 7000 Franken für sich beansprucht, sonst hätte er 
den Diskont niri)t vorgenommen. So ist es. 
Präsident: Eitzler sagt, er hätte init Ihnen ein Ab- 
kommen getroffen, wonach die Investi»g Corporation einen 
Spescnbeitrag zahlen würde. Das kann doch nicht die Ent- 
schadignng sein für die-Diskontierung des Wechsels? 
Beck: Rein, niemals. 
Präsident: 10 000 Reichsmark Walser, 7500 Eitzler, 
2500 Sic und 5000 sind verwendet worden. 
Beck: Um die 300 000.Franken Wechsel, die Alexander 
Justus mit 5000 Franken belohnt hatte,, freizubekommen. 
Präsident: Entgegen jeder Abmachung. 
Bon diesen 100 000 und 200 000, zusammen 300 000 
aus der Kobnrgsache, ist Schaden erwachsen der Landesbank 
diese 25 000 Franken, die dann ans dieser Verbindung mit 
Dr. Eitzler diskontiert wurden. 
Beck: Ich ivcitz nicht, hat Eitzler die .Landesbank belangt. 
Präsident: Bis jetzt nicht. 
Beck: Aber der Wechsel ist doch diskontiert worden.
        

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