Polizei in Verbindung setzen, worauf er mich mit 
Händen gebeten fyat. nichts zu unternehmen. 
Präsident: Haben Sie nicht einmal Vollmacht 
bekommen von Thöny? 
Beck: AIs ich von diesen Sachen Kenntnis erhielt, 
erstmals von Millner, habe ich Thöny ersucht, bevor 
ich nach Berlin gefahren bin, mir eine Vollmacht 
I mitzugeben, damit ich in Berlin einen Anmalt nehmen 
j konnte, um event. Carbone strafrechtlich belangen zu 
können. Diese Vollmacht habe ich bei mir getragen 
und die Anzeige ist nur deswegen nicht' erfolgt, weil wir 
zu einer gütlichen Einigung' gekommen sind, Larbone 
mir sogar Aussichten auf eine Realisierung zu Gunsten 
l der Bundesbank versprach. 
Präsident: Aber Carbone war orientiert darüber 
das, alle diese Verpflichtungen der Vandesbank vom 
Berwaltungsrat nicht gewollt und nicht getan waren? 
Beck: Das wutzte er bestimmt.. 
Larbone: Ich möchte zu meinen gestrigen Ausfüh 
rungen über diesen Fall, den Niko Bech in dieser Weise 
darstellt, folgendes sagen: Aus der einen S'eitschat Niko 
Beck mir Vorwürfe gemacht, daß ich den Millner in 
die Amroc ausgenommen habe, auf der andern'Seite wib 
! er gerade .von -Millner erfahren haben, daß ich schon 
vorher diesen Brief geschickt habe. In Wirklich'eit ist es 
so; daß Millner mich dazu oeranlatzt hat, diesen Brief 
; an Thöny zu schreiben. Es ist sehr wohl möglich datz 
j Millner eine Doppelrolle gespielt hat, um Differenzen 
> herbeizuführen zwischen Beck und mir,' damit er mit 
der liechtensteinischen Bank hätte Geschäfte machen tön- 
! nen. - 
Präsident: Wie kommen Cie zu dem Geständnis 
■ vom 9. Januar: 
Beck: In der vollendeten Erkenntnis, datz ich von 
Tarbone in keiner Weise cin. Geständnis erpressen woll 
ig habe ich am gleichen Abend mit Carbone nichts 
mehr gesprochen. Ich habe das Bureau verlassen Md 
habe Carbone ausdrücklich gesagt, ich werde meine Matz 
namen treffen und habe io gehandelt, wie. ich.es in mer- 
! nem leben immer getan habe, vor wichtigen Entschei- 
: Lungen noch einmal darüber geschlafen. Andertags hat 
; mich Larbone angerufen. Er hat Mich gefragt, ob man 
sich nicht einigen könnte in der Sache. Ich ging zur 
! Amroc hin. Da hat er mir bei, dieser Gelegenheit und 
einzig bei dieser Gelegenheit hat mir Carbone gestanden, 
i Latz er die 25,000 Franken vom Barmer Bankverein 
! in bar erhalten hat, schon bereits vor längerer Zeit. Ich 
j mutzte dies übrigens schon, nachdem Thöny schon im 
; Dezember vom Schweizer .Bankverein einen Brief be- 
i kommen hatte, in welchem er aufgefordert wird, die 
i Bürgschaft? 
Bei diesem Anlatz habe ich mit Carbone dar- 
! über gesprochen. Carbone erklärte mir, datz er auch be- 
■ züglich der lampenfache verschiedene Sachen 
und übertrieben angegeben habe. 
Präsident: Wann war das, am andern Tag, sofort? 
Weck: Ja. Dazumal hat er uns nämlich angege- 
\ ben, er brauche Geld, um die sämtlichen Patentschrift 
! ten ins Englische übersehen zu lassen, nachdem er ini 
j einer englischen Gruppe .in Unterhandlung sei, die ihm 
I eine halbe Million Pfund zur Verfügung stelle für 
! Las Patent. ~ s 
Präsident: Wie kam es zur Verständigung? Hat 
Carbone dieses Geständnis unter Druck unterzeichnet? 
Beck: Ich will die näheren Umstände dieses Ge 
ständnisses mitteilen, damit Sie klar darüber find, ob 
unter Druck oder nicht. Es war anderntags'. Ich habe 
mit Carbone vernünftig, anständig und in Ruhe ge 
sprochen. ich habe festgelegt und gesagt, ich müsse für 
alle diese Sachen natürlich eine schriftliche gründliche,Un 
terlage haben, denn ich könnte Gefahr laufen, ein 
mal beschuldigt zu werden, ich hätte von den Gau 
nereien Kenntnis gehabt, und dem Thöny nichts mit- 
geteilt, wenn einmal die Zeit kommen sollte. Ich habe 
diese Erklärung Carbones Frl. Biedermann, seiner Ste- 
notypistin, in die Maschine diktiert, trotzdem er das unter 
keinen Umständen zulassen sollte.. Er bat. sich aus, er 
möchte es selber schreiben oder ich solle es schreiben 
und ich habe "absichtlich Fräulein Vjedermann die' Sache 
in die Maschine diktiert. Nachdem das Schriftstück aus 
gefertigt und an die "iechtensteinische vandesbank ad 
ressiert war, habe ich Carbone gesagt, Herr Carbone un 
terschreiben Sie hier, wenn Sie wollen, aber nur dann, 
wenn Sie überzeugt sind> datz dach was hier drin steht, 
wahr ist. Carbone sagte: Ja, die i-ache stimmt, aber 
da könnte man mir einen Strick drehen. Ich erklärte 
Herrn Carbone, ich habe kein Interesse daran, Eie 
mit diesem Schreiben in irgendwelche Schwierigkeiten zu 
bringen, wenn Sie nun nachträglich den Beweis' erbrin 
gen, tatsächlich erbringen, datz Sie den Verpflichtungen.der 
Vandesbank in aller Form gerecht werden, denn ich habe 
kein Interesse an der st'rasrechtl. Verfolgung dieser Angele 
genheit, sondern ich habe das eine Interesse, datz,die Van* 
desbank Ihr Geld zurückbekommt und ihren Gewinn 
anteil an der Vampensache in vollem' Matze hat. Unter 
dieser Voraussetzung hat Larbone einen Tag später 
nach unserem Austritt die Sache unterzeichnet und zwar 
ohne mein Drängen. Ich habe ihn weder mit Worten^ 
noch in irgend einer andern Form dazu gedrängt .und 
ich erinnere mich noch, bestimmt an seine Aeußerung an- 
lätzlich unserer Einvernahme hier drin, wo er erklärt 
hat» ich habe Niko Beck nicht aus Angst, diese Sachen 
unterschrieben, sondern nur. weil ich mich fürchtete, weil 
ich Thöny und Niko Beck falsche Angaben über das 
Vampenpatcnt gemacht hatte und weil ich fürchtete, datz 
die Koburgsache nicht in Angriff genommen werden 
könnte. - 
Präsident: Sind Sie fertig? Ich mutz Sie oarauf 
aufmerksam machen, datz die Erklärung das Datum' vom 
9. Januar trägt, nicht vom 5. Das Schreiben hätte 
am 5. stattgefunden. 
Beck: Ich bestreite nicht, datz das Schreiben vor 
her stattgefunden. Die Unterzeichnung ist effektiv an 
dem Tage erfolgt, an dem sie unterschrieben wor 
den ist. Es ist aber möglich, datz der Brief vo.m 4. 
schon einige Tage dort gelegen hat, das weitz ich nicht. 
Ich glaube, es war am andern Tage, könnte aber im 
merhin sein, datz es auch etwas später war. Das' eine 
weitz ich auf alle Fälle, am gleichen Tage war es 
nicht. Datz mich. Carbone schon am' andern Tag an 
gerufen hat, weitz ich auch bestimmt. 
Präsident: Sie. sagen, datz Sie gar keinen Druck 
ausgeübt hätten auf Carbone.
        

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