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Präsident: Carbone hat, wie aus dem Schrei 
ben vom 10. September hervorgeht, aber aus 
drücklich den Thönh ersucht, 300.000 M Wech 
sel zu begeben. Weder der Nico Beck noch der 
Thönh haben ihn ersucht. Wir wollen' Carbone 
sprechen lassen. 
Carbone: Ich möchte nur nochmals wieder 
holen, daß ich mehrere hunderttausend Fran 
ken beschaffen sollte, also wußte, daß auch 
'weitere Wechsel versucht werden sollten unterzu 
bringen. 
Präsident: Wir haben uns zur Genüge un 
terhalten über diese drei Sachen. 
Carbone: Da mötchte ich noch erwähnen, daß 
es auch nicht wahr- ist, daß ich jeweils 3/t der 
Summe erhalten hätte. Me Mten liegen ja ge 
nau auf, was ich erhalten habe. 
Präsident: Nun müssen wir noch sprechen 
über das Rathe-Steinförde-Geschäst. Was kön 
nen Sie uns darüber in Kürze sagen. Es ist 
schon gut, wenn Sie uns genau - Auskunft geben, 
aber es sollte etwas kürzer sein. 
Beck: Dann bitte ich Fragen zu stellen. 
Präsident: Ich will Ihnen ohne weiteres ge 
statten, sich auszusprechen. . \ 
Beck: Also ich kam durch die . Begebung der 
Wechsel Carbone mit dem Bankhause Busse in 
Verbindung! und lernte die Herren kennen, Dr. 
Schäler und Dr. Löwenstein. Durch diese . Busse 
bank waren die zweimal 60.000 und zweimal Fr. 
186000 begeben worden und die Leute hatten 
also von diesem Geschäft Kenntnis, daß wir ge 
macht haben. Dr. Schäler kam zu mir und sag 
te, er hätte ein Geschäft vor, das für die Lan 
desbank risikolos und zugleich gewinnbringend 
sei. Die Gemeinde Steinförde mit Zustimmung 
des Bezirksrates usw. hätte die Bürgschaft auf 
einen Wechsel übernommen, den die Firma Rathe 
begeben wolle. Zudem sei aus dem betreffenden 
Abschnitt das Giro der Versicherungsgesellschaft 
Anker. Der Betrag laute aus 250.000 Sfrs. und 
er werde laufen auf 3 Monate Laufzeit. Er 
müsse längstens einmal prolongiert werden. 
Präsident: Mindestens einmal. 
Beck: Es sei aber unter den gegenwärtigen 
Verhältnissen in Berlin das Geschäft nicht gut 
unterzubringen, weil die Abschnitte zum Re 
diskont in die Schweiz gehen und es wäre eine 
bessere Aussicht, wenn ein in der Schweiz be 
kanntes Institut den Wechsel als. Bürge oder 
Aussteller oder in irgend einer Form deponieren 
würde, man legte mrr den Wechsel vor, ich er 
kundigte mich über die Versicherungsgesellschaft 
Anker, erhalte, die denkbar beste Auskunft und 
ich telephonierte Thönh, von dem ich wußte, daß 
er wieder Geld braucht, daß wir das Geschäft aus 
dieser Basis eventuell machen könnten. . Er er 
mächtigte mich dazu. Ich erinnere mich nicht mehr 
genau, ob er diesbezüglich Abschnitte geschickt 
oder ob ich solche bei mir hatte. Auf alle Fälle 
habe ich das Geschäft namens der Landesbank 
abgeschlossen und zwar so, Schuldner war Ra-- 
he-Steinförde, Garant und Girant war die Ver- 
icherungsgesellschaft Anker und Aussteller war 
xlaube ich, die Bank. 
Präsident: Die Sparkasse. 
Beck: Ja, die Sparkasse. Es war eine Abma 
chung getroffen, die bei den Akten liegt, wo 
nach die Hälfte des Betrages der liechtensteini 
schen Landesbank zugeflossen wäre. Die liechten 
steinische Landesbank hätte für ihre Unterschrift 
das Geld zinslos 6 Monate gehabt. Für 
diesen Teil, wo die Bank das Geld direkt in 
bar bekommen hätte, hätte die Bank selbstver 
ständlich auch die Haftung tragen müssen und 
können, denn was sie bezogen hat, dafür kann 
sie auch bezahlen. Für den übrigen Teil hatte 
die Bank Busse die selbstschuldnerische Bürgschaft 
wie übrigens auch bei den Akten liegt, übernom 
men. Das Geschäft war nach meiner Auffassung, 
nachdem der Anker noch vor der Landesbank in 
Haftung war, absolut risikolos und die Landes 
bank konnte das Geschäft nach meiner Auffas 
sung machen. Der Wechsel wurde diskontiert und 
Hälfte be.-> Berrages von, ich glaube, 96000 
M wurde mir in einem Chek übergeben, den ich 
nach Zürich brachte. Das Bank-Konto wird Aus 
kunft geben darüber, wie ich nachher die Beträge 
an Thönh weiter geleitet habe. Der andere Be 
trag hätte Rathe-Steinförde zukommen sollen. 
Nachdem ich nach hieher verreist war, bereits in 
Vaduz war, kam von der Bussebank an Thönh 
ein Brief, daß Rathe-Steinförde vom Geschäft 
zurückgetreten sei und das Geld, die andere Hälf 
te, nicht angenommen habe. Dagegen trete nun 
sie, d ie Bank Busse an Stelle von Rathe- Stein- 
förde und übernehme diesen Betrag.selbstschuld 
nerisch gegenüber der Liechtensteinischen Landes 
bank. Es war an der Sache nichts zu ändern 
und es schien weder mir noch Thönh diese Po 
sition in irgend einer Art gefährdet, was eigent-, 
lich auch nicht war, denn die 96000 Mark hatte 
Thönh schon erhalten. Inzwischen war ich auch 
in Berlin und Herr Dr. Schäler von der Busse 
bank proponierte mir, wir sollen für diesen Be 
trag, der uns aus dem Wechsel noch zugestanden 
hätte, Bussebank-Aktien kaufen, das Geschäft wä 
re gut. Ich ließ mich auf die Sache nicht ein und 
habe in keiner Weise eine Erklärung diesbezügl. 
abgegeben. Man reiste von Berlin ab. Nachher, 
das war, ich glaube, am Neujahrstage 1927 tele 
graphierte Schäler, daß er nach Vaduz komme. 
Er ist auch nach Vaduz gekommen und wir haben 
zusalnmen mit Thönh gesprochen. Ich erinnere 
mich nicht daran, daß von dem Dr. Schäler Bus- 
sebankaktien gekauft worden sind. Trotzdem ist 
einige Tage später dem Thönh eine formelle 
Kaussbestätigung zugegangen. Auf diese Kaufsbe 
stätigung hin habe ich, wenn es mir recht ist, im 
Aufträge Thönhs schriftlich geantwortet, daß die 
ser Kauf von Bussebankaktien nicht in Ordnung 
gehe, daß vielmehr der Wechsel am 18. Januar 
Präsident: 20. Januar
        

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