Religionsfreiheit und die deutsche BA 
  
b) Für einen Ausländer aus einem Staat, der nicht zum deutschen 
Bunde gehört, ist der Erwerb der Staatsbürgerschaft insofern er- 
schwert, als er vom Oberamt dazu verpflichtet wird, sich zugleich 
auch in das Gemeindebürgerrecht einzukaufen. Zudem wird das 
Oberamt in der Separativinstruktion angehalten, Informationen über 
politische Gesinnungen der um die Aufnahme in den Staatsverband 
interessierten Ausländer einzuholen. Trifft es etwa zu, daB er nicht 
Angehöriger der katholischen Konfession ist, so ist ihm überhaupt 
die Aufnahme in den Staatsverband verwehrt !. 
3. Die Grundzäge der Anfnahmepolitik in konfessioneller Hinsicht 
Es ist immer noch der Grundsatz der Abhängigkeit der Aufnahme 
von Ausländern in den liechtensteinischen Staatsverband vom Reli- 
gionsbekenntnis verwirklicht, der nur infolge der Vorschriften des 
deutschen Bundes (Art. 18) eine gewisse Auflockerung erfahren 
hat. Anderseits durfte sich Liechtenstein auch nicht zu sehr von 
anderen Staaten abschlieBen, wollte es die wirtschaftlich wichtigen 
Handelsbeziehungen aufrechterhalten. Diese einseitig auf den deut- 
schen Bund ausgerichtete Politik des Staates zeigt sich sehr eindrück- 
lich in der Ausführung der Staatsbürgerschaftsgesetzgebung, die 
eine unterschiedliche Behandlung von Fremden aus Staaten des 
deutschen Bundes und aus Staaten, die nicht dem deutschen Bund 
angehôren, kennt. Aber auch die Zulassung eines Ausländers aus 
einem deutschen Bundesstaat zum liechtensteinischen Staatsverband, 
der sich nicht zum katholischen Glauben bekennt, ist grundsätzlich 
noch immer eine Ausnahme. Sie wird auch mit allem Nachdruck als 
solche taxiert. So làáBt der Text der Amtsinstruktion an Deutlichkeit 
nichts zu wünschen übrig, ohne daB man sich auf besonders typische 
Sprachwendungen, wie etwa «besonders wünschenswerte Umstánde» 
oder «in dem ganz katholischen Staate», festzulegen braucht. 
Das gleiche Bild bieten die Gesetzesvotschriften betreffend die 
Einheiratung von akatholischen Ausländerinnen. Nur kommt hier in 
der Zulassungspolitik das wichtige Moment eines an der Aufnahme 
unmittelbar interessierten, liechtensteinischen Untertans dazu. Diesem 
Umstand muß vom Fürsten Rechnung getragen werden, ganz ab- 
gesehen davon, daß gemischte Ehen in politischer Beziehung nicht 
1 B18. 
  
  
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