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Staat und Kirche seit der landständischen Verfassung 
  
Landesvikar J. B. Büchel, der sich in einer schriftlichen Rechtfer- 
tigung über seine Tätigkeit vor dem Bischofe für eine Aktivierung 
der Kirche auf dem Gebiete des Vereinswesens ausspricht, zeigt eine 
Möglichkeit auf, wodurch dieses von der Kirche vorzüglich bean- 
spruchte Erziehungsrecht kompensiert werden könnte. Er rät auch 
dem Bischof, in seiner Ansprache auf dem Katholikentag die «aktuelle 
Landespolitik» nicht zu berühren, um unter den Teilnehmern keine 
Verstimmung zu wecken, was dem Charakter einer solchen Veran- 
staltung nur abträglich sein könnte. Er trifft damit den Kern der 
Sache 1. 
3. Ansatz punkt einer Standortbestimmung 
Der Hinweis auf das Resultat der von Staat und Kirche bezogenen 
und geäußerten Haltung liefert einen nennenswerten und fruchtbaren 
Ansatzpunkt zu einer Standortbestimmung des Staatskirchenrechts 
in der Verfassung, deren Interpretation nur unter Beachtung det 
geistig-politischen Situation, in der sie entstanden ist, erfolgen kann. 
Eine Zuspitzung auf die beiden umstrittensten Sachgebiete des 
Schulwesens und der Verwaltung des Kirchengutes in der Neufor- 
mierung der Religionsartikel ist offenkundig. Diese nicht ganz uner- 
wattete Problemkreisverlagerung — faBt man die historische Entwick- 
lung des Staat-Kirche-Verhältnisses ins Auge — zwang zur Erkennt- 
nis, daB nut auf der Grundlage des gegenseitigen Finverständnisses 
eine Staatskirchenordnung aufgebaut werden kann, die sich nach den 
Grundsätzen des Zusammenwirkens und des Einvernehmens von 
Staat und Kirche auszurichten hat ?. 
§ 9. Die Gegenwartslage 
des liechtensteinischen Staatskirchenrechts 
I. Die enge Verbundenheit als Problem der Neugestaltung 
des Verhältnisses von Staat und Kirche 
Erneut wird durch die zum größten Teil schriftlich geführten Ver- 
handlungen über die Regelung der Religionsangelegenheiten in der 
1 Zitiert aus dem Schreiben Biichels J. B. an den Bischof vom 29. August 1921, 
BAC O 193 e/1921. 
? Vgl. A 19 Art. 15 und 38. 
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