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Staat und Kirche seit der landständischen Verfassung 
  
lange oder etwa eine materielle Abgrenzungsnorm wäre zu diesem 
Zeitpunkt verfrüht und unmöglich gewesen, da die Einsicht der Zu- 
erkennung eines eigenen Bereiches an die Kirche erst im Anfangs- 
stadium der Entwicklung stand. So war eine flexiblere Lösung, die 
eine den jeweiligen gegebenen Umständen angepaßte Gestaltung ermög- 
lichte, angebrachter. Ein Blick auf die praktische Durchführung läßt 
erkennen, daß bei der Regelung von Fragen, die beide Partner berühr- 
ten, trotz gegenteiliger Auffassung und der übereifrigen Wahrnehmung 
eigener Interessen, zufriedenstellende Ergebnisse erzielt wurden !. 
Die tein kirchlichen Angelegenheiten, zu denen nach Ebers? für 
diese Zeit grundsätzlich Lehre, Sakramente und Kultus gezählt wur- 
den, gaben keinen Anla zu etwelchen Schwierigkeiten. Kirchenange- 
legenheiten, die in Beziehung zum Staate standen, wurden als gemisch- 
te Angelegenheiten taxiert und der staatlichen Hoheit unterworfen. 
Wenn auch noch manchmal der staatliche Gesetzgeber empfind- 
liche Eingriffe in Kirchensachen vornimmt, die außerhalb der staat- 
lichen Machtspháre liegen ?, so darf doch Landesverweser Hausen 
beigestimmt werden, wenn et vom «bisherigen für Liechtenstein so 
erfolgreichen Einvernehmen zwischen der kirchlichen Obetbehórde 
und der hiesigen Landesstelle» spricht *. 
4. Abschnitt: 
DAS STAAT-KIRCHE-VERHALTNIS IN DER VERFASSUNG VON 1921 
$ 8. Mitbestimmende Faktoren 
bei der Schaffung der Religionsartikel 
1. Vorbemerkung 
Die einzelnen Stadien in der Entstehungsgeschichte der Verfassung 
und die geltende Verfassung selber geben bei einer eingehenden Ana- 
lyse der Religionsartikel Aufschluf3 über den Positionsbezug des Staa- 
1 Vgl. C3 und 4, B 36, 37, 38 und 71. 
2 EBERS, StuK 62. 
3 So B 32/5 4 aus kirchlichet Sicht. Vgl. MARXER G. J. 71. 
^ Zitiert aus dem Schreiben von Hausens an den Bischof vom 13. November 
1865 betreffend die Mischehen und die Verwaltung des Kirchengutes, BAC O 193 
e/1865. 
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