¥ 
Staat und Kirche seit det landstindischen Vetfassung 
  
der Personen, die in ihr manifestiert ist . Darin sind keinerlei An- 
zeichen einer beginnenden kirchenfeindlichen Haltung zu erblicken, 
ebensowenig wie in der im Alternativentwurf der Grundrechte des 
Volkes vorgesehenen Glaubens- und Gewissensfreiheit ?, die nichts 
anderes darstellt als die Konsequenz aus der Gewährleistung der 
bürgerlichen und politischen Rechte. 
Im endgültigen Grundrechtskatalog des Verfassungsentwurfes von 
1848 fand die Glaubens- und Gewissensfreiheit, obwohl sie zur Bera- 
tung stand, keine Aufnahme?. Die Gewáhtleistung dieses Grundrechtes 
in einer zukünftigen Staatsordnung scheiterte nicht zuletzt an der 
heftigen Opposition der Geistlichkeit *. 
3. Abschnitt: 
DIE KONKORDATSBESTREBUNGEN 
UND DIE VERFASSUNG VON 1862 
§ 6. Die Konkordatsbestrebungen 
I. Die Ausgangslage 
«Im Fürstentum Liechtenstein bestehen weder mit dem Heiligen Stuhl 
noch mit dem Bischof besondere Vertráge»?. Der Konkordatsgedanke 
brach sich erst Bahn, als Ostetreich am 18. August 1855 mit dem 
Heiligen Stuhle eine Übereinkunft erzielte, deren Bedeutung «in dem 
grundsätzlichen Bruch mit dem josephinischen Staatskirchenrecht» 
liegt °. Auf der Grundlage dieses Konkordates sollte auch in Liechten- 
stein eine Vereinbarung zwischen Staat und Kirche ermöglicht wer- 
1 Aus Peter Kaisers Entwürfen zu den Schreiben an den Fürsten ist ersicht- 
lich, daß diese Forderung in erster Linie gegen «nicht inländische, oder nicht 
aus deutschen Bundesstaaten stammende Geistliche» gerichtet war, LRA Peter 
Kaiser Akt 265a. 
2 A 4. 
5 A 6. 
^ Bin Hinweis dafür findet sich in dem Brief von Dr. Grass an Katl Schádler; 
LRA Schädler Akt 311. 
5 Zitiert aus dem Brief Menzingets an Wenzel, LRA CVII 136, Nr. 967, 
30. September 1858. 
$ FgrNE, Rechtsgeschichte 645. 
52 
  
 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.