Quellensammlung 
  
  
  
  
gehalten werden. Wenn immer möglich, soll bei jedem Gottesdienste am 
Schluß mitgetheilt werden, an welchem Tag und zu welcher Stund der nächste 
Gottesdienst stattfinde. Ebenso findet in demselben Lokale der Religionsuntet- 
ticht für die evangelischen Kinder an einem Werk- oder Sonn- oder Feiertag 
statt. Beides besorgt entweder der evangelische Pfarrer in Sevelen oder im 
Einverstindniss mit ihm ein dutch die Güte der Sankt Gallisch-Appenzellischen 
Evangelischen Gesellschaft ihm zur Beihilfe gegebener Prediger. Mit Freuden 
wird auf Anzeige entweder der Pfarrer in Sevelen oder sein Gehilfe auch Seel- 
sorge bei Kranken oder Sterbenden halten. 
. Die evangelischen Bewohner in Triesen versprechen mit Freuden, sowohl die 
Gottesdienste fleifiig und rechthzeitig zu besuchen und mit Andacht und tháti- 
get Betheiligung den einzelnen Theilen derselben (Gesang, Gebet u.s. w.) bei- 
zuwohnen, als auch ihre Kinder wenigstens vom achten Altersjahr bis zur 
Konfirmation fleißig in den Religionsunterricht zu schicken und dafür zu 
sorgen, daß sie die aufgegebenen Aufgaben zu Hause lernen und auch die 
Kinder anzuhalten, daf sie gern ihrem Lehrer ehrerbietig und gehorsam sind, 
und dieselben, sofern sie wegen Krankheit oder andern wichtigen Gründen 
dem Unterticht nicht beiwohnen kónnen, entschuldigen zu lassen. Ebenso 
versprechen sie, für diesen Unterricht die nóthigen Lehrmittel anzuschaffen 
und ältere Kinder, die nicht zu Hause bleiben müssen wegen Besorgung des 
Hauses, mit sich in den Gottesdienst zu nehmen. Der Konfirmationsunterricht 
wird den betreffenden Kindern, welche das gesetzliche Alter haben, in Sevelen 
ertheilt. Ebenso werden die Leichen daselbst beerdigt. Es wird gewünscht, 
daB die àltern Kinder daselbst, sofern in Triesen kein Gottesdienst stattfindet, 
die Kindetlehte so oft als méglich besuchen. 
. Für die Binübung des Gesangs soll bei Kindern und Erwachsenen, womóglich 
mit Beihilfe eines Hatmoniums, in besonderen Gesangstunden, die im gottes- 
dienstlichen Lokale stattfinden, für die Kinder, wo möglich, in Verbindung 
mit dem Religionsunterricht, gesorgt werden, Die erwachsenen Glieder der 
evangelischen Gemeinde anerbieten sich, so viel wie möglich diesen Gesang- 
stunden, in denen zunächst bereits bekannte Gesangbuchlieder, aber auch 
andere gut singbare nicht bekannte eingeübt werden sollen, regelmäßig beizu- 
wohnen. Es können dieselben im Einverständnis mit den Besuchern derselben 
sowohl werktages als auch an Sonn- oder Festtagen, letzteres besonders, wenn 
kein Gottesdienst stattfindet, zu den festgesetzten Stunden gehalten werden. 
Auch bei diesem Anlasse soll, weil sie an einer heiligen Státte stattfinden, so- 
wohl in Gesprächen als auch auf andere Weise alles vermieden werden, was 
gegen die Heiligkeit dieser gottesdienstlichen Státte ist, z. B. auch nicht ge- 
braucht werden. Auch diese Übungen sollen auf ordentliche Weise geschehen. 
Betreffend den Gottesdienst ist zu wünschen, daß man sofort in den Betsaal 
sich begeben und in Stille auf dessen Beginn warte. 
. Überdies anerbieten sich die evangelischen Bewohner, nach der Lehre ihrer 
theuren Kirche 
a. die Sonn- und Festtage zu heiligen; 
b. ihren Glauben dutch einen frommen christlichen Lebenswandel zu ehren; 
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