Quellensammlung 
  
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Der fürstlichen Regierung bleibt das Recht vorbehalten, beim Votliegen 
gewichtiger Umstánde die Zuerkennung solcher Zuschüsse zu verweigern 
oder wieder rückgángig zu machen. 
Die Inhaber der Pfatrpfründen sowie die zeitweilig zur Versehung det pfart- 
ámtlichen Funktionen bestellten Seelsorger sind verpflichtet, die staatliche 
Matrikenführung nach den von der fürstl. Regierung gegebenen Weisungen 
zu besorgen sowie die für staatliche Zwecke vorgeschriebenen Ausweise 
und Matrikenauszüge zu liefern. Hiefür gebührt ihnen unabhángig von ihrem 
Pfrundeinkommen eine jährliche Vergütung von 120 K aus Landesmitteln. 
Um eine unvorhergesehene Inanspruchnahme des im $ 1 erwähnten Fondes 
hintanzuhalten, sind alle Pfrundinhaber verpflichtet, über die Erhaltung des 
Pfrundvermögens und der Pfrundeinkünfte gehörig zu wachen. Veränderun- 
gen in der Substanz des Pfrundvermögens, Neuanlage von Kapitalien, Ver- 
käufe und Belastungen der Pfrundgüter, sowie alle Verfügungen, welche 
den nachhaltigen Ertrag des Pfrundvermögens irgendwie zu beeinflussen 
geeignet sind, dürfen ohne vorherige Genehmigung der fürstlichen Regie- 
tung und des bischöflichen Ordinariates nicht vorgenommen werden. Pfrund- 
inhaber, welche diese Vorschriften außer Acht lassen, haften für den dadurch 
etwa veranlaßten Ausfall an dem Pfrundeinkommen persónlich mit ihrem 
Vermógen. Die Ertrágnisse vakanter Pfründen sind zum betreffenden Pfrund- 
kapital zu schlagen. 
Die nicht schon pfrundbtieflich oder in anderer Form rechtlich dauernd fest- 
gelegten Zuwendungen der Gemeinden an ihre Seelsorger sind von den Ge- 
meinden insolange weiterhin zu leisten, als der bezügliche Aufwand nicht 
aus den Interessen des erwähnten Fondes bestritten werden kann. 
Insolange die Fondserträgnisse nicht zur vollen Deckung aller dieser Zu- 
wendungen hinreichen, hat jede Gemeinde nur Anspruch auf Übernahme 
des nach dem Verhältnis der Leistungen der übrigen Gemeinden auf sie ent- 
fallenden Anteiles. 
Verfügbar bleibende Fondsertrágnisse sind in der Regel zum Fond zu schla- 
gen. In besonderen Fàllen kann die fürstliche Regierung davon solchen Geist- 
lichen, welche durch mindestens 10 Jahre im Fürstentume in der Seelsorge 
tätig sind, außerordentliche Zuschüsse zu ihrem Pfrundeinkommen bewilli- 
gen, sowie erkrankten oder dienstunfihig gewordenen Seelsorgern Untet- 
stützungen zuwenden. 
Seelsorger, welche ihre Pfrundeinkünfte nicht den Bestimmungen des $4 
gemäß wahrheitsgemäß angegeben oder die rechtzeitige Anzeige über eine 
nachträglich eingetretene Erhöhung ihres Pfrundeinkommens unterlassen 
haben, unterliegen einer Geldstrafe in der doppelten Höhe jenes Betrages, 
um welchen der Fond geschädigt wurde. 
Votstehende Bestimmungen treten mit 1. Jánner 1917 in Kraft. 
Mit dem Vollzuge ist Mein Landesvetweser beauftragt. 
Aktenzeichen: LRA Reg. 1916 Z. 2169. 
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