Quellensammlung 
  
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K ein eigener Fond geschaffen, dessen Verrechnung die Landeskassenver- 
waltung getrennt von jener der übrigen óffentlichen Fonde nach den für 
letztere geltenden Grundsätzen zu pflegen hat. 
Die jährlich abzuschließende Rechnung dieses Fondes ist gleich den Rech- 
nungen der übrigen öffentlichen Fonde alljährlich dutch die Regierung dem 
Landesausschusse beziehungsweise dem Landtage zur Prüfung mitzuteilen 
und es ist der diesfalls gefaßte Landtagsbeschluß unter Übermittlung aller 
sonstigen Rechnungsdokumente der fürstlichen Buchhaltung, welche die 
ziffermäßige Revision der Rechnung vorzunehmen hat, bekannt zu geben. 
Aus den Zinsen dieses Fonds sowie der demselben etwa später zufallenden 
Beträge, erhalten jene hierländischen Priester, welche zur Ausübung der 
Seelsorge bestellt sind und über ein hinlängliches Pfrundeinkommen nicht 
verfügen, jährliche Zuschüsse. 
Seelsorget, welche auf einen solchen ZuschufB Anspruch erheben, haben 
darum bei der fürstlichen Regierung unter Vorlage eines eidesbestitigten 
Einbekenntnisses ihres Pfrundeinkommens einzuschreiten. 
In demselben sind sámtliche Einkünfte nach dem Ergebnisse des Jahres 1916 
einzusetzen. Die zu ibrer Erzielung notwendigen Aufwendungen sind ge- 
sondert auszuweisen und können in Abzug gebracht werden. 
Steuern und Gemeindeumlagen bilden keine Abzugspost. Bei der Berech- 
nung des Pfrundeinkommens bleiben außer Anschlag: der Wert der Natural- 
wohnung nebst Hausgarten, die Stolgebühren und Meßstipendien sowie die 
Gebühren für Ausfertigung von Matrikenscheinen. 
Dagegen sind alle weiteren mit einet Pfründe verbundenen Geld- und Na- 
turalbezüge sowie Einkünfte aus Bezugs- und Nutzungsrechten in Rechnung 
zu stellen und zwar die letzteren nach ihrem jeweiligen Geldwerte. Später 
eintretende Veränderungen des Pfrundeinkommens sind fallweise der fürst- 
lichen Regierung sogleich anzuzeigen. 
Die Hôhe, auf welche die Pfrundeinkommen durch Zuschüsse aus dem im 
$ 1 erwähnten Fonde ergänzt werden, wird von 5 zu 5 Jahten von der fütst- 
lichen Regierung einvernehmlich mit dem bischóflichen Ordinatiate festge- 
setzt und für die erste Periode bei Pfarrern mit jáhrlich 2200 k. bei Hilfs- 
ptiestern welche die volle Seelsorge ausüben, mit jáhrlich 1800 k bestimmt. 
Bei Hilfspriestern, welche nicht alle Zweige der Seelsorge versehen, mindert 
sich die Höhe des jährlichen Zuschusses entsprechend. 
Über das Ausmaß der jährlichen Zuschüsse entscheidet die fürstliche Regie- 
rung. Die zuerkannten Beträge werden in monatlichen Raten im Vorhinein 
erfolgt. Bei nachträglichen eintretenden Vermehrungen oder Minderungen 
des Pfrundeinkommens tritt eine entsprechende Verkürzung beziehungsweise 
Erhöhung des festgesetzten jährlichen Zuschusses ein. 
Der fürstlichen Regierung bleibt das Recht vorbehalten, beim Vorliegen 
gewichtiger Umstände die Zuerkennung solcher Zuschüsse zu verweigern 
oder wieder rückgängig zu machen. 
Die Schaffung und Verwendung des im $ 1 erwähnten Fondes verpflichtet 
sämtliche Inhaber der hierländischen Pfarrpfründen zur unentgeltlichen Be- 
 
        

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