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Staat und Kirche seit der landstándischen Verfassung 
  
chen innere Landesanstalten Einfluß nimmt nicht zugestanden wer- 
den;..»!. Diesen Anspruch auf die Kirchenhoheit beinhaltet die 
landesfütstliche Herrschaftsgewalt und stellt einen wesentlichen und 
deshalb unveráufetlichen Bestandteil staatlicher Hoheit dar, die in 
den Majestátsrechten des Monarchen in Kirchensachen (iura maiestatica 
circa sacra) eine ausgeprägte, systematische Ausformung erhalten hat? 
II. Die Aufnahme Andersglisubiger in den Staatsverband (ins reformandi) 
1. Die Auswanderungsfretheit 
Nach Artikel 18 lit. b der deutschen Bundesakte ist die Auswande- 
rungsfreiheit unter Vorbehalt vorhergehender Erfüllung der Mili- 
tärdienstpflicht, die im 19. Jahrhundert als die maßgebende Schranke 
der Auswanderungsfreiheit aufscheint 3, gewährleistet. Die liechten- 
steinische Auswanderungs- und Staatsbürgerschaftsgesetzgebung 
wurde unter ausdrücklicher Bezugnahme * auf das österreichische 
Recht abgestimmt und ihm nachgebildet. Der Rechtszustand war 
nun der, daß eine Auswanderung das Ausscheiden aus dem Staats- 
verband nach sich zog 5. Das Auswanderungsgesetz forderte daher 
ein seinen Vorschriften gemáfes Gesuch, das dem Oberamte, in dessen 
Kompetenz die Erteilung bzw. Nichterteilung der Erlaubnis fiel, ein- 
gereicht werden mußte °. 
Das Recht der Auswanderungsfreiheit in Liechtenstein ist aber 
vom Wandel im Sinne der liberalen Anschauung, die die Auswan- 
derungsfreiheit den allgemeinen individuellen Freiheitstechten zu- 
zählt, noch keineswegs erfaßt. Diese Auffassung vermochte sich erst 
Mitte des 19. Jahrhunderts-durchzusetzen ”. 
Die Auswanderungsfreiheit und der Staatsbürgerschaftserwerb in 
der liechtensteinischen Gesetzgebung stehen noch stark auf dem 
Boden der Konfessionsgebundenheit des Staates und werden mit ihr 
in Beziehung und Übereinstimmung gebracht *. 
1 Zitiert aus dem Schreiben Schupplers an den Fürsten vom 12. März 1818, 
LRA L 6. Dieser Passus findet sich auch bei QUADERER 14. 
2 Siehe Kan, Lehrsystem 310, Hiwscurus 268 ff., SCHEUNER, KuSt 165. 
3 So SCHEUNER, Auswandetungsfreiheit 212. 
Vgl. die Práambeln von B 12 und 13. 
Das bestimmt B 12/$ 9. 
Vgl. B 12/88 2 und 4. 7 So SCHEUNER, Auswanderungsfreiheit 215. 
Vgl. B 14 und 18. Siehe auch Kap. II $ 2/11. 
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