Quellensammlung 
  
tigten Mischehen nur dem ertheilt werden darf, wenn nebst der erfolgten Nach- 
weisung der übrigen Bedingungen der von den Brautleuten ausgefertigte Revers 
beigebracht wird, daß sie die Kinder ohne Unterschied des Geschlechtes in 
der Staats- d. i.: in der katholischen Religion erziehen lassen werden. 
Aktenzeichen: LRA. Jz. 1866 Reg. Fasz. Nr. 71. 
Bemerkungen: Gegenstandslos. 
1868 Februar 12. 38 
Gesetz über die Regelung der Baukonkurrenzpflicht bei 
vorkommenden Kirchen- und Pfrundbaulichkeiten 
Wir Johann II. von Gottes Gnaden, souverainer Fürst und Regierer des Hauses 
von und zu Liechtenstein, Herzog zu Troppau und Jägerndorf etc. in der Absicht, 
die Baukonkurrenzpflicht bei vorkommenden Kirchen- und Pfrundbaulichkeiten 
in Unserem Fürstentume mit Rücksicht auf die bisherige Observanz und auf die 
Bestimmungen des gemeinen Kirchenrechtes gesetzlich zu regeln, verordnen 
nach gepflogenem Einvernehmen mit dem bischöflichen Ordinariate Chur mit 
Zustimmung des Landtages wie folgt: 
$1 Zu den notwendigen Bauten und Herstellungen det Pfarrkirchengebäude 
ist nach dem allgemeinen Kirchentechte zuvôrderst 
a) das Kirchenvermôgen (Kirchenschatz, Kirchenfabtik, soweit es über die 
Bedeckung der Stiftungen und der jährlichen Currentausgaben vorhanden 
ist, berufen. 
In Ermangelung eines solchen verfügbaren Vermögens haben sodann 
b) der Patron und jeder Andere, welche Einkünfte beziehen, die von der 
baubedürftigen Kirche herrühren, einzutreten. 
Ausgenommen hievon bleibt nur det betreffende Pfarrer, Curat odet 
Hilfspriester. 
Wenn aber auch hiedurch die Aufbringung des Baubedatfes nicht zu 
ermöglichen wäre, sollen 
c) die Pfarrgenossen zur Bestreitung der bezüglichen Kosten angehalten 
werden. 
$2 Den Pfarrgemeinden obliegt, bei allen Kirchenbaulichkeiten die erforder- 
lichen Baumaterialien, soferne sie solche besitzen, wenigstens zu jenen Prei- 
sen, wie dieselben die Gemeindebürger selbst beziehen, zu überlassen, sowie 
die Frohndienste unentgeltlich zu leisten. 
$3 Die Instandhaltung der Filialkirchen bleibt die Sache der stiftungsgemäB 
hiezu Berufenen und, in Ermangelung solchet, jenet Gemeinde, in welcher 
sich derlei Kirchen befinden. 
Filialkirchen, welche überschüssiges Vermógen besitzen, kónnen nótigen- 
falls auch zu entsprechenden, von det fürstlichen Regierung einvetstándlich 
mit dem bischóflichen Ordinariate festzusetzenden Beitrágen für den Unter- 
halt oder die Reparatur (resp. Neubaute) der Pfarrkirche in Anspruch ge- 
nommen werden. 
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