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Von dieser Vorschrift sind bloß die Apotheker, chirurgischen Offizinen, 
und Handwerker, deren Arbeiten den Reisenden oder in anderen dringenden 
Faellen erforderlich sind, ausgenommen. 
Knechtische Arbeiten an Sonn- und Feiertagen 
Das Auf- und Abpacken der Frachtwagen und anderer Lasten, so wie jede, 
ein oeffentliches Aergernis gebende Arbeit ist an Sonn- und Feiertagen 
unter Strafe von 2 fl. verboten, und ist das Auf- und Abpacken nur bei 
Postwagen gestattet. Im Falle der Ernte waehrend eines fortdauernden 
unsteten Wetters ist die Dispens zur Verrichtung der Erntearbeit an Sonn- 
und Feiertagen bei der Ortsseelsorge anzusuchen, wo sodann derlei Dis- 
pensen, welche jedoch nur fuer die Zeit, wo kein Gottesdienst ist, ertheilt 
werden duetfen, von der Kanzel herab zu verkuenden sind. 
Bei Personen, die mit ihten Gesuchen um Erwirkung der kirchlichen Dis- 
pens oder um Ertheilung der oberaemtlichen Vetehelichungslicenz abge- 
wiesen worden sind, ist auf alsogleiche Trennung zu sehen, und wird ihnen 
die Fortsetzung eines naehern, den mindesten Verdacht erregenden gemein- 
schaftlichen Umganges auf das Strengste verbothen. Concubinate sind nebst 
der zu verfuegenden und zu ueberwachenden Trennung mit strengem Ar- 
reste zu bestrafen. 
IIT. Handhabung und Erhaltung der Privatsicherheit 
Scheintodte und wirklich Todte 
Um einestheils dafuer zu sorgen, da Scheintodte bald môglichst aerztliche 
Hilfe erhalten, und keine solchen beerdigt werden, und damit anderentheils 
durch Ausduenstungen der Leichen die Nebenlebenden keinen Schaden 
leiden, wird verordnet: = 
a) Jedermann, welcher eine sois Person findet, ist verpflichtet alsogleich 
dem betreffenden Pfarrer oder Ortsvorstande davon die Anzeige zu ma- 
chen, und diese haben nach den besonderen vom Oberamte fuer solche 
Faelle bekannt gemachten Vorschriften zu verfahren. 
b) Haben die Anverwandten von Ertrunkenen, Erhaengten, Erfrornen, in 
Schneelavinen, Kohlendaempfen, in Wein- und Bierkellern, im Rausch, 
an Verwundungen und Verblutungen, auf Zorn, Schrecken, Furcht oder 
Freude, auf einen Anfall von Fall- oder Startsucht, von Stick- oder 
Schlagfluß und an Kraempfen Umgekommenen, so wie von Weibspet- 
sonen die schnell nach einer Geburt gestorben und von leblos scheinen- 
den Neugebornen alsogleich, Seelsorger, Ortsvorsteher und Hebammen 
abet bei ihter obhabenden Pflicht gleich nach erhaltener Kenntnif einen 
Arzt zu tufen, und diesem bei Wiederbelebungsversuchen jeden gefor- 
derten Beistand zu verschaffen und die Leiche nach seiner Vorschrift 
zu behandeln. 
Eine Vernachlaessigung dieser Vorschriften wird an dem Schuldtragen- 
 
        

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