Quellensammlung 
  
$58 Wenn ein Ehemann seine Gattin nach der Ehelichung bereits von einem 
andern geschwángert findet, so kann et, auBer dem im $121 bestimmten 
Falle, fordern, daB die Ehe als ungültig erklärt werde. 
$59 Alle übrigen Irrtümer der Ehegatten, sowie auch ihre getäuschten Erwat- 
tungen der vorausgesetzten oder auch verabredeten Bedingungen, stehen 
der Gültigkeit des Ehevertrages nicht entgegen. 
IT. Abgang des Vermögens zum Zwecke 
a) des physischen Vermögens 
$60 Das immerwährende Unvermögen, die eheliche Pflicht zu leisten, ist ein 
Ehehindernis, wenn es schon zur Zeit des geschlossenen Ehevertrages vor- 
handen war. Ein bloB zeitliches, oder ein erst während der Ehe zugestoßenes, 
selbst unheilbares Unvermögen, kann das Band der Ehe nicht auflösen. 
b) des sittlichen Vermögens 
§ 61 Ein zur schwersten odet schweren Kerkerstrafe verurteilter Verbrecher kann 
von dem Tag des ihm angekündigten Utteiles und solange seine Strafzeit 
dauert, keine gültige Ehe eingehen. 
(Diese Bestimmung ist durch LGBI. 1898 Nr. 3 außer Kraft gesetzt.) 
wegen Ehebandes 
$62 Ein Mann datf nur mit einem Weibe und ein Weib darf nur mit einem Manne 
zu gleicher Zeit vermählt sein. Wer schon verehelicht war und sich wieder 
verehelichen will, muß die erfolgte Trennung, das ist die gänzliche Auf- 
lösung des Ehebandes, rechtmäßig beweisen. 
wegen Weihe oder Geliibdes 
§ 63 Geistliche, welche schon höhere Weihen empfangen, wie auch Ordensper- 
sonen von beiden Geschlechtern, welche feierliche Gelübde der Ehelosigkeit 
abgelegt haben, können keinen gültigen Ehevertrag schließen. 
Religionsverschiedenheit 
§ 64 Eheverträge zwischen Christen und Personen, welche sich nicht zur christ- 
lichen Religion bekennen, können nicht gültig eingegangen werden. 
Verwandtschaft 
$65 Zwischen Verwandten in auf- und absteigender Linie; zwischen voll- und 
halbbürtigen Geschwistern; zwischen Geschwisterkindern, wie auch mit 
den Geschwistern der Eltern, nämlich mit dem Oheim und der Muhme 
väterlicher und mütterlicher Seite, kann keine gültige Ehe geschlossen 
werden, es mag die Verwandtschaft aus ehelichet oder unehelicher Geburt 
entstehen. 
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