Quellensammlung 
  
Entwurf unter 11, steht aber auf einer etwas fortgeschritteneren Stufe. Er ist 
wohl als Endergebnis der langwierigen Verfassungsdebatten zu taxieren. Abzu- 
sehen ist dabei wiederum von den hineingefügten Textänderungen des land- 
ständischen Verfassungsausschusses, die von Ende März und Anfang April 1862 
datieren. Nach Meinung von P. Geiger sind die Bleistiftkorrekturen noch spáteren 
Datums. 
Zur Darstellung: in Klammern sind die Abánderungsantráge des landständischen 
Vetfassungsausschusses angegeben. 
Der Querstrich (/) zeigt den Beginn und SchluB der Textánderung an. 
1862 September 26. 13 
‚ Verfassung von 1862 
(Auszug) 
Zweites Hauptstück. Von den allgemeinen Rechten und Pflichten der Landesan- 
gehörigen 
$7 Die gemeinsamen Rechtsnormen aller Landesangehörigen bilden die Lan- 
desgesetze und alle Landesangehörigen sind vor dem Gesetze gleich. 
$8 Die Freiheit der Person und der äußeren Religionsausübungen wird durch 
dieses Grundgesetz garantitt. 
Die Freiheit der Gedankenmittheilungen durch das Mittel der Presse wird 
durch ein besonderes Gesetz notmirt. 
$18 Das Vereinstecht, durch ein Gesetz geregelt, genießt den Schutz der Ver- 
fassung. 
$22 Ein zu erlassendes Gemeindegesetz soll auf folgenden Grundlagen be- 
ruhen: 
b) selbständige Verwaltung des Vermögens und der Ortspolizei unter Auf- 
sicht der Landesregierung; 
c) die Behandlung und Ordnung des Armenwesens und der Schule; 
e) Freiheit der Niederlassung der Landesangehörigen in jeder Gemeinde. 
Viertes Hauptstück. Von der Landesvertretung überhaupt und der Wirksamkeit 
derselben insbesondere 
§ 50 Alle Vereinbarungen mit kirchlichen Behörden sind dem Landtage vorzu- 
legen, sofern sie in das Bereich der Gesetzgebung eingreifen. 
Fünftes Hauptstück. Von den Kirchenstiftungen und Unterrichtsanstalten. 
$51 Das Kirchengut und das Vermógen der Stiftungen für Religions-, Unter- 
fichts- und Wohlthátigkeitsanstalten stehen unter dem Schutze der Vet- 
fassung. 
$52 Die Verwaltung des Vermógens der Untertichts- und Wohlthátigkeitsan- 
stalten witd im Wege der Gesetzgebung durch geeignete Verfügung ge- 
regelt. 
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