Quellensammlung 
  
VI. Von den Kirchen, Stiftungen und Unterrichtsanstalten 
§ 55 (54) Das Kirchengut u. das Vermógen det Stiftungen für Religions- Unter- 
$55 
§ 56 
§ 65 
§ 88 
§ 105 
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richts- u. Wohltátigkeitsanstalten stehen unter dem Schutze der Verfassung. 
| (/Rücksichtlich der Verwaltung derselben wird die Gesetzgebung die 
geeigneten Verfügungen treffen./ ) 
Ueber das Vermögen der Kirche u. der Stiftungen kann nut nach den Anord- 
nungen der Stiftungsbriefe u. in deren Ermangelung nach ihren ursprüng- 
lichen Zwecken verfügt werden. Nur in Fállen, wo dieser stiftungsmáDige 
Zweck nicht mehr zu erreichen ist, darf eine Verwendung zu andern 
Zwecken, jedoch nur mit Zustimmung der Betheiligten u. insofern óffent- 
liche Landesanstalten dabei in Betracht kommen, unter det Zustimmung 
des Landrathes erfolgen. 
Für die nóthigen Unterrichtsanstalten, insbesondere die Volksschulen, 
u. Gewetbeschulen, dann die Heranbildung u. der Unterhalt der Lehrer 
soll zweckmäßig gesorgt u. diese Sorge der besonderen Aufmerksamkeit 
det gesamten Landesvettrettung empfohlen werden. 
VII. (VT.) Von der Wahl des Landrathes 
Falls kein Geistlicher als Landrathsmitglied gewáhlt würde, so ist vom 
Landrath ein solcher nebst einem Stellvertreter mit absoluter Stimmen- 
mehtheit als 17tes Mitglied zu wáhlen, welcher bei Behandlung kirchlicher 
Angelegenheiten zu den betreffenden Sitzungen einzuberufen ist. 
(Dieser § ist durchgestrichen und nicht ersetzt.) 
Erfolgt die Ernennung eines Landrathes zu [einem Staatsamte oder zu 
einer andern fürstlichen Bedienstung/ oder würden einem Landrathe, der 
zugleich Staatsdiener weltlichen oder geistlichen Standes ist, Beförderung, 
Gehaltszulage, Titel oder weitere Auszeichnungen verliehen, so ist eine 
neue Wahl vorzunehmen, wobei jedoch der Austretende, wenn die neue 
Bedienstung es überhaupt zuläßt, wieder gewählt werden kann. 
(Der Text innerhalb der Querstriche ist durchgestrichen und ersetzt durch: 
/einer ständigen besoldeten fürstlichen Amtirung./ 
Dem Geistlichen ist der Eintritt in den Landrath erst dann gestattet, wenn 
et vom Bischofe Urlaub erhalten, u. über getroffene Vorsorge in der Ver- 
waltung seiner Pfründe Nachweis ertheilt hat. 
(Dieser zweite Absatz ist durchgestrichen und nicht ersetzt.) 
VIII. (VII.) Von dem Landrathe 
Det Landrath wird von dem Landesfürsten in eigener Person oder durch 
einen Bevollmächtigten mit angemessener Feierlichkeit eröffnet, wobei 
sámtliche neueingetretenen Mitglieder folgenden Eid schwóren: 
«Ich gelobe die Staatsverfassung zu halten u. in dem Landtathe das un- 
zerttennliche Wohl des Landesfürsten u. des Vaterlandes ohne Neben-
        

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