Quellensammlung 
  
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§ 40 
Allgemeine Bestimmungen 
Das Gebiet des Fürstenthums Liechtenstein bildet einen Bestandtheil des 
deutschen Reiches die Regierungsgewalt ruht in dem Landesfürsten, jedoch 
innethalb der Grenzen, welche die theils deutsche Reichsverfassung nachher 
bezeichnet. 
Alle Frohndienste u. Feudalabgaben welchen Namen Titel sie haben sind 
auf immer u. unentgeldlich abgeschafft desgleichen der Novall- u. Klein- 
zehnten. Der große Zehnten ist ablöslich. 
Das Recht in friedlicher Absicht zur Berathung u. Besprechung öffentlicher 
Angelegenheiten zu versammeln seine Meinung frei in Wort u. Schrift oder 
auf jede beliebige Weise auszudrücken u. einzeln oder im Verein mit andern 
Bittschriften an alle Behörden des Landes zu richten ist allen Bürgern. 
Alle Bürger sind gleich berechtigt zu allen Stellen u. Aemtern zu solchen 
Stellen welche aus der Landeskasse besoldet werden sollen jederzeit nur 
Landeskinder genommen werden. 
IT. Die Verwaltung u. Gericht 
Die Befugnisse des Landesstadthalter sind: 
c. er führt die Aufsicht über alle Zweige der Verwaltung, unter ihm steht 
das Sanitaetspolizei- Strassen- Schul- u. Armenwesen. 
In den Kreis des Landschafts-Rathes gehórt das Polizei- Schul-u. Armenwesen 
die Weg u. Forstpolizei das Vormundschaftswesen die Prüffung u. Abnahme 
der Weisenrechnungen Wachsamkeit übet die öffentliche Sittlichkeit u. 
über die Vollziehung der Gemeindeordnung. 
III. Gesetz gebung 
Die gesetzgebende Gewalt steht bey der Gesamtheit der Bürger u. dem 
Fürsten. 
Dem Landrath muß alljährlich Bericht über alle Zweige der öffentlichen 
Verwaltung über den Zustand des Landes abgelegt werden so wie Rechnung 
über Einnahmen u. Ausgaben die Domänen mit begriffen nämlich: 
a. über den Zustand des Schulwesens u. über den Zustand des Armenwesens 
über den sittlichen u. religiösen Zustand. 
IV. Die Gemeinde 
Alle Gemeindebürger sind gleich u. haben gleiche Rechte zu allen Gemeinde- 
gütern wie gleiche Verpflichtungen zu allen Gemeindelasten. 
Aktenzeichen: LRA Schädler Akt 306. 
Bemerkungen: Dieser Entwurf weist zwar den Namen Peter Kaiser nicht auf, 
doch haben die Geschichtsstudien von Peter Geiger ergeben, daß er von ihm 
stammen muß. Im Bericht Menzingers vom 10. Oktober 1848 an den Fürsten 
lassen sich entsprechende Hinweise finden. Ausführliche Bemerkungen dazu 
finden sich bei P. Geiger 81 Fußn. 14 und 16 und 85 Fußn. 34. Er datiert diesen 
Entwurf zwischen Ende Mai und Anfang Juli 1848. 
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