Landeskirche und voller Staatsschutz 
  
waltungsvermögens oder des Gemeingebrauchs unmittelbar Zwecken 
der hoheitlichen Verwaltungsordnung dienstbar gemacht (gewidmet) 
werden. Der zuständige Verwaltungsträger erhält die volle öffentlich- 
rechtliche Dispositionsbefugnis und Sachverantwortung, die im Rah- 
men des Widmungszweckes den Nutzungs- und Verfügungsmóglich- 
keiten des Eigentümers vorgehen. Der Status der öffentlichen Sache 
schließt alle rechtlichen Verfügungen und tatsächlichen Änderungen 
aus, die mit dem Widmungszweck nicht vereinbar sind. Die Befugnis 
zur Widmung resp. Entwidmung steht allein dem öffentlichrechtli- 
chen Herrn der öffentlichen Sache zu. 
Aus dem óffentlichrechtlichen Status der Kirche kann abgeleitet 
werden, daß sie eigenständig, ohne der Mitwirkung des Staates zu 
bedürfen, innerhalb der von der Lehre des öffentlichen Sachenrechts 
festgelegten Grenzen zu widmen resp. zu entwidmen befähigt ist. 
Dies bedeutet nun, daß die dem Gottesdienst unmittelbar gewidmeten 
Sachen öffentliche Sachen sind. Unter diese Kategorie fallen mithin 
die sog. tes sacrae ! und das kirchliche Verwaltungsvermögen *. Das 
Finanzvermögen scheidet aus, da es nicht am öffentlichen Sachen- 
recht teilnimmt 3. 
Der Sonderstatus der öffentlichen Sachen des Kirchengutes, davon 
insbesondere die tes sacrae, deckt sich aber materiell — wie Martin 
Heckel hervorhebt, indem er die Auffassung von Werner Weber * 
einschränkt und zutechtrückt 5 — nicht schlechthin mit dem Sonder- 
status des weltlichen Verwaltungsvermögens der öffentlichen Hand. 
Dies versucht er an einer entsprechenden Parallelerscheinung zu ver- 
deutlichen. Im Schrifttum ist anerkannt, daB die Kirche infolge der 
Eigenart der kirchlichen Rechtsgestalt den weltlichen Körperschaften 
des öffentlichen Rechts nicht vergleichbar sind. Ebenso ist eine Gleich- 
schaltung der res sacrae und des kirchlichen Verwaltungsvermôgens 
mit den weltlichen óffentlichen Sachen nicht zutreffend, da diese auf- 
grund der Einordnung seiner Tráger und Funktionen in den Staats- 
1 Res sactae sind die durch Konsekration oder Benediktion dem Gottesdienst 
geweihten (gewidmeten) Sachen (sog. heilige Sachen). 
2 Als Beispiele mögen dienen: Kirchgebáude, die gottesdienstlichen Gerite, 
u. a. m. 
3 Vgl. dazu WEBER W., in: ZevKR 115. 
4 Siehe Fußn. 3. 
5 Hrcxer M,, Staat-Kirche-Kunst 248 FuBn. 771 Zif.. 1. 
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