Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/578/
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Wurmserjoch (2538 m über Meer) stationiert. Zu eigentlichen 
Kampfhandlungen kam es aber nicht. Am 4. September traf 
die Mannschaft gebräunt von den Gletscher-Exkursionen wieder 
in der Heimat ein unter Führung des später zum Hauptmann 
beförderten Peter Rheinberger. Am 23. August war der Frie 
densvertrag zu Prag zum Abschlüsse gekommen, den der Ver 
treter Oesterreichs auch namens des Fürsten von Liechtenstein 
unterschrieb. Als im Jahre 1867 der Gesetzentwurf über die 
Rekrutenaushebung für 1867 und 1868 vorgelegt wurde, sah 
sich der Landtag mit Rücksicht auf die durch den Krieg ge 
schaffenen neuen politischen Verhältnisse und den Wegfall der 
Bundespflicht infolge der Auflösung des deutschen Bundes 
bewogen, den Fürsten zu bitten, von einer weiteren Unter 
haltung eines Militärkontingentes abzusehen. Diesem Ansu 
chen willfahrte der Fürst in der landesherrlichen Verfügung 
vom 12. Februar 1868. Das Land kam dadurch in die glück 
liche Lage, sich ganz dem inneren Aufbau widmen zu können. 
Es blieb überhaupt von dort an von kriegerischen Verwick 
lungen verschont. 
Eine rege Tätigkeit entfaltete sich an den Rheinschutz 
bauten. Das neue Wuhrgesetz von 1865 und besonders der 
Rheineinbruch von 1868, der von Balzers bis Ruggell großen 
Schaden anrichtete, haben unsere arbeitsame Bevölkerung zu 
neuer Tätigkeit am Rhein angespornt. Da die Schweizer mit 
Beihilfe des Bundes und des Kantons auf ihrer Seite gewal 
tige Hochwuhren erstellten, mußte dies auch auf unserer Seite 
geschehen, was aber den Mitteln entsprechend nur nach und 
nach möglich war. Dieses langsame Vorgehen hatte aber auch 
seine Vorteile, und die Deitragspflicht des Landes zu den 
Wuhrbauten wurde erleichtert durch ein unverzinsliches in 
zwanzig Jahresraten rückzahlbares Darlehen des Landesfürsten 
im Betrage von 175.000 fl. 
Wesentliche Kulturfortschritte machte das Land in der 
Landwirtschaft. Schon 1864 kam das Flurgesetz zustande. Roch 
wichtiger wurde das 1865 erlassene Gesetz für Verbesserung 
der Viehzucht, in welchem besonders die Vorschriften über das 
Zuchtmaterial von Bedeutung waren. Ebenso wichtig war das 
1867 beschlossene Gesetz betreffend die Hebung der Alpwirt 
schaft. Für die verschiedenen Zweige der Landwirtschaft ent 
faltete der später gegründete landwirtschaftliche Verein rege 
Tätigkeit. Das Jahr 1865 brachte uns auch das neue Feuer- 
polizeigesetz mit der obligatorischen Feuerversicherung. 
Im Jahre 1870 wurde der Bau der Eisenbahn von Feld 
kirch nach Buchs begonnen und schon in den sechziger Jahren
        

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