Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/57/
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hang die Alpe gelegen sein könnte. Zwar hatte ein Wiesland 
auf der Anhöhe über Ruggell auch den Namen „Alp". Es 
ist aber sehr zweifelhaft, daß unter jenem Roncale Ruggell 
gemeint ist. Bisweilen ist diesen Schenkungs- und Berkaufs- 
urkunden beigefügt, daß die Verhandlung nach römischem 
Recht geschehen sei. 
Aus dem liechtensteinischen Gebiete werden die Ortschaft 
ten Triefen (Trisuna), Balzers (Balzol), Müls (Mailis) und 
Schaan (Skana) erwähnt, die Hofe zu Mals, Balzers und 
Schaan samt Zubehör gehörten zum königlichen Fiskus; fer 
ner am Eschnerberg Bendern (Bendur), Eschen (Eskan), Nen- 
dein (Nondinchon) und Mauren (Muron). In Mauren, Eschen, 
Nendeln und Bendern hatte der Gras Hunfrid Güter, die er 
dem Kloster Schännis schenkte. 
Was das Verhältnis der zwei Landessprachen zu einan 
der anbetrifft, läßt sich aus den Namen in den Urkunden fol 
gende Verschiebung in unserer Gegend nachweisen: von 800 
bis 807 7 0 Alemannen % Romanen; um 817 % Alemannen 
3 A Romanen; 820—850 % Alemannen 7o Romanen; 850 bis 
890 V2 Alemannen % Romanen. *) 
Die Gaugrafen über Churrätien in dieser Zeit waren 
folgende: Konstantins Bischof und Graf ft vor 800; Hunfrid 
Graf und Herzog von Rätien ft 823; Adalbert, Hunftids Sohn, 
ft 846; Odalrich, Adalberts Sohn, ft 887; Rudolf, Odalcichs 
Bruder, Graf und Herzog ft um 900; Burkard, Rudolfs Neffe, 
Graf von Unterrätien und Herzog von Rätien ft 911. 
9. Anbau des Bodens. Ortschaften. 
Ein Urbar des R e i ch s g u t e s in Churrätien aus der 
Zeit Kaiser Ludwigs des Frommen gibt uns über den dama 
ligen Zustand unserer Gegend ziemlich ausführliche und sichere 
Auskunft. Die nachfolgenden Schilderungen gründen sich 
größtenteils auf jenes Verzeichnis im Urbar. 
Nach demselben erscheint Churwalchen in bezug auf den 
Anbau des Landes von einer vorteilhaften Seite. Das Maß 
des Ackerlandes wurde geschätzt nach Iucharten, Mausen, 
Huben oder nach der Menge der Frucht, die man zur Aus 
saat brauchte. Die Größe des Mansus ist unbestimmt. Im 
allgemeinen wird darunter ein Komplex von angebautem und 
bewirtschaftetem Land verstanden, worauf der Bewirtschafter 
wohnte. In diesem Sinne bedeutete es kein bestimmtes Acker- 
*) t>. Planta das alte Rätien S. 371.
        

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