Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/567/
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derswo. Doch diese Kämpfe, wie die bei Dresden und Kulm, 
waren nur Vorspiele zu der großen Völkerschlacht, welche am 
16., IS. und 19. Oktober bei Leipzig geschlagen wurde. Hier 
wurde Napoleon von den verbündeten Oesterreichern, Preu 
ßen und Russen vollständig besiegt und mußte nun Deutsch 
land räumen. 
Im folgenden Jahre (1814) rückten die Heere der Ver 
bündeten in Frankreich ein und zogen nach verschiedenen 
Kämpfen siegreich in Paris ein (31. März). Napoleon wurde 
abgesetzt und erhielt die Insel Elba zum Aufenthalt und Eigen 
tum. König Ludwig XVIII. bestieg den französischen Königs 
thron. Die Könige und Fürsten, welche Napoleon vertrieben 
hatte, kehrten überall in ihre Länder zurück; nur die geist 
lichen Fürsten erhielten ihre Gebiete nicht wieder. 
Durch die Gewaltherrschaft Napoleons waren die euro 
päischen Verhältnisse zerrüttet und es bedurfte einer neuen 
völkerrechtlichen Begründung derselben. Dieses Geschäft fiel 
dem Kongreß der europäischen Mächte in Wien zu, welcher 
am 1. November 1814 begann und am 25. Mai 1815 endete. 
Inzwischen durchfuhr Napoleon noch einmal wie ein Me 
teor Frankreich, um für immer daraus zu verschwinden. Am 
1. März nämlich betrat er den französischen Boden wieder; 
das Heer lief ihm zu; aber die Schlacht bei Waterloo, welche 
er verlor, entschied sein Schicksal. Er mußte zum zweitenmale 
abdanken am 22. Juni 1815. Die Insel St. Helena im Atlan 
tischen Ozean wurde ihm zum Aufenthalt angewiesen, wo ihn 
die Engländer bewachten und wo er fern von dem Schauplatze 
seines Ehrgeizes und seiner Taten am 5. Mai 1821 sein Leben 
beschloß. 
Schon vor der Schlacht bei Leipzig war Bayern vom 
Rheinbund zurückgetreten, und die größeren deutschen Staa 
ten folgten diesem Beispiel. Auch die kleineren Fürsten wie 
Reuß, Hohenzollern, Liechtenstein u. a. erklärten ihren Rück 
tritt vom Rheinbund. So verging diese Schöpfung der 
Schwäche und Gewalt. 
Da führte Fürst Johann nicht mehr als Vormund seines 
Sohnes Karl, sondern in seinem eigenen Namen die Regie 
rung wieder. Als wegen der Rückkehr Napoleons nach Frank 
reich alle Mächte rüsteten, beeiferten sich auch die deutschen 
Fürsten und Städte, welche nicht im Bunde der Großmächte 
waren, ihre Truppen gegen den gemeinsamen Feind ins Feld 
zu stellen. Es geschah dies auch von Liechtenstein und so nahm 
dies kleine Land an der Befreiung des deutschen Vaterlandes 
ebenfalls teil. Zum zweitenmale besetzten die Verbündeten
        

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