Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/551/
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Diese Zeiten brachten zwar unseren Nachbarn jenseits des 
Rheins große Drangsale; aber sie hörten nun auf, untertänige 
Herrschaften von Kantonen zu sein. Sax, Werdenberg und das 
Sarganserland kamen zum Kanton St. Gallen, Maienfeld zu 
Graubünden und Graubünden zur Eidgenossenschaft. 
Das Kloster St. Luzi mußte der helvetischen Verwaltung 
seinen Vermögensstand angeben und an die Kriegskosten bei 
tragen. Es besaß in Vorarlberg Lehengüter im Werte von 7255 
Gulden, in Liechtenstein solche im Werte von 19.000 fl. AIs 
im Jahre 1805 der österreichische Verwalter Fritschner die 
Auslieferung aller Akten und Urkunden von St. Luzi ver 
langte, verbot dies die Regierung in Chur; nur die Akten der 
Pfarrei Bendern durften ausgeliefert werden. Da ließ der 
Abt alle Originalurkunden aus dem Benderer Statthalterei 
archiv abholen und die Kapitalbriefe „denn die Zinse von die 
sen Kapitalien waren einzige Mittel gegen den nagenden 
Hunger". 
Im Winter 1804 auf 1805 wütete in Balzers das gelbe 
Riebet. 
Am 24. März 1805 starb Fürst Alois Josef, ohne Kin 
der zu hinterlassen. Die Regierung ging also an seinen Bruder 
Johann Josef über. Sehr früh trat dieser in die österrei 
chische Armee, focht gegen die Türken, dann in den Nieder 
landen, in Italien, in Deutschland mit großer Tapferkeit und 
Auszeichnung. Der Kaiser ernannte ihn zum Feldmarschall 
leutnant und verlieh ihm das Großkreuz des Theresienordens. 
In elf Feldzügen und mehr als achtzig größeren und kleineren 
Gefechten hatte er bereits gestritten, aber seine kriegerische 
Laufbahn war noch nicht zu Ende. 
13. Auflösung des deutschen Reiches 1806. 
Bisher erfuhr Napoleon die Gunst des Schicksals in 
vollem Maße. Als Sieger in so vielen Schlachten und Bän 
diger der Revolution stieg er von einer Ehrenstufe zur andern 
und wurde, obgleich von bescheidener Herkunft, Kaiser der 
Franzosen. Der Papst selbst ward eingeladen ihn zu salben 
am 2. Dezember 1804. Die Krone setzte er sich selbst auf. Sein 
Übermut war grenzenlos. 
Er ließ das neutrale Hannover, ein deutsches Land, 
mitten im Frieden besetzen. Vergeblich beschwerte sich der Kö 
nig von England deswegen bei dem Reichstage. Den Herzog 
von Enghien, einen Nachkommen der französischen Könige, ließ
        

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