Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/548/
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ganferland, begab sich aber, als die Franzosen wieder vordran- 
gen, in seine alten Stellungen an der Bündnergrenze zurück. 
Mehrmals brachen einzelne Abteilungen kaiserlicher Truppen 
aus dem Liechtensteinischen über den Rhein, besonders von der 
Schweizerlegion unter Bachmann. Die Schanzen an der Luzien- 
steig waren im Herbste 1799 durch Minen in die Luft gesprengt 
worden. 
Unerwartet schnell brach Napoleon über die Alpen nach 
Italien und zwang die Oesterreicher zu einer entscheidenden 
Schlacht. Sie geschah bei Marengo am 14. Juni. Die Oester 
reicher hielten 14 Stunden in heldenmütigem Kampfe stand, 
wurden dann aber durch eine Kriegslist unerwartet nochmals 
mit aller Wucht angegriffen und geschlagen. Dadurch gingen 
ihnen die Früchte aller Siege verloren, die sie im Vorfahre 
errungen hatten. Italien blieb in den Händen der Franzosen 
und die zisalpinische Republik ward wieder hergestellt. Die 
kaiserliche Armee in Deutschland kam nicht minder ins Ge 
dränge. Man mußte Zuflucht zu einem Waffenstillstand neh 
men (15. Juli), vermöge dessen unter anderem Vorarlberg und 
Bünden (Engadin ausgenommen) den Franzosen überlassen 
wurde. Zugleich wurden Friedensunterhandlungen angeknüpft. 
In unseren Gegenden begannen die Franzosen noch vor 
Abschluß jenes Waffenstillstandes angriffsweise zu verfahren. 
In der Nacht vom 12. auf den 13. Juli überschritten sie den 
Rhein bei Ragaz und Balzers. General Jourdan leitete den 
Angriff; eine Kolonne rückte in Bünden ein, wo die Kaiser 
lichen nur schwachen Widerstand leisteten und sich bald ins En 
gadin zurückzogen; mit der anderen Kolonne zog er auf Vaduz 
und Rendeln. Die Kaiserlichen räumten das Liechtensteinische 
und wichen hinter die Verschanzungen bei Tisis unter bestän 
digen Gefechten zurück. Ein Sturm auf die Schanzen wurde 
abgeschlagen. Gleichzeitig rückten die Franzosen von Bregenz 
her gegen Feldkirch unter dem General Molitor. Während die 
Oesterreicher voll Mut und Zuversicht auf einen erneuten 
Kampf sich gefaßt hielten, kam an ihren Anführer Jellachich 
der Befehl, mit seiner Mannschaft sofort Feldkirch zu verlassen 
und sich nach Tirol zu begeben. Run fiel die Stadt ohne 
Schwertstreich in die Hände der Franzosen, die schon im Be 
griffe gewesen waren abzuziehen. Sie rückten in Feldkirch 
ein. Tapfer hatten sich die Vorarlberger geschlagen und große 
Opfer gebracht. 
Roch einmal versuchten die Oesterreicher das Glück der 
Schlachten unter ihrem neuen Anführer Erzherzog Johann. 
Der blutige Kampf fand zu Hohenlinden am 3. Dezember statt.
        

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