Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/539/
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Hausen, rückten in die Waadt, die sie als eine selbständige Re 
publik anerkannten. Da erteilte zuerst Basel dem Baselland die 
gleichen Rechte mit der Stadt. Diesem Beispiel folgten dann 
Luzern, Schaffhausen und Solothurn. Auch Zürich, das kurz 
vorher noch Gewalt gegen die Landschaft gebraucht hatte, zeigte 
sich freundlich und zuvorkommend gegen dieselbe. Das Land 
des Abtes von St. Gallen erklärte, der Abt habe sich seiner 
weltlichen Rechte zu begeben. Die gemeinen Herrschaften Thur 
gau, Rheintal, Sargans und Tessin erhoben sich gegen ihre 
Herren. Im Juni 1798 drang der französische General Schauen 
burg in die Schweiz ein und nahm Solothurn, während Ge 
neral Brune aus dem Waadtland gegen Bern vorrückte. Bern 
fiel in Feindeshand. So erlag der alte Volksbund der Schwei 
zer den neuen Ideen, die von Frankreich aus in feine Städte 
und Täler getragen wurden und einen empfänglichen Boden 
gefunden hatten. Ein Nachbild der französischen Verfassung, 
die Einheitsregierung, ward nun in der Schweiz eingeführt, 
die Selbständigkeit der Kantone aufgehoben. Nur die kleinen 
Kantone kämpften eingedenk ihrer Väter heldenmütig, bis auch 
sie erlagen. Die Schweiz schloß ein Schutz- und Trutzbündnis 
mit Frankreich; französische Truppen lagen im Lande; die Er 
sparnisse früherer Zeiten und die gefüllten Zeughäuser wurden 
geleert und der Raub hinweggeführt. 
Auch Graubünden wurde eingeladen, der helvetischen Re 
publik beizutreten. Oesterreich mahnte ab. Die Mehrheit der 
Gemeinden verwarf den Anschluß. Der Bundestag zu Jlanz 
stellte einen Kriegsrat auf und rief das Volk zu den Waffen. 
Im Oktober rückten zehn Bataillone Oesterreicher in Bünden 
ein. Dies hatte zur Folge, daß die Franzosen in die östliche 
Schweiz und in unsere Nähe rückten. Der zürcherische Land 
vogt in der Herrschaft Sax beschied seine Leute vor sich, um ihre 
Begehren zu vernehmen. Sie verlangten Befreiung vom Toten 
fall, von Zehnten und Grundzinsen; auch sollen Jagd und 
Fischerei frei sein. Die Leute zu Grabs und Werdenberg er 
richteten Freiheitsbäume. Der Abt von Pfäfers kam nach 
Eschen, die Stistsfräulein von Schännis samt vielen reichen 
Herren jener Gegend suchten Zuflucht in Vaduz, der Abt von 
Einsiedeln in St. Gerold. 
Während des Friedens hatte Frankreich seine Macht also 
ausgedehnt. Die Unterwerfung der Schweiz unter den Willen 
desselben war eine indirekte Kriegserklärung an das deutsche 
Reich. Besonders waren dadurch das südliche Deutschland 
und Oesterreich bedroht; denn im Besitze von Oberitalien, der 
Schweiz und des südlichen Deutschlands stund den Franzosen
        

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