Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/532/
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und die Unsterblichkeit der Seele wurden wieder anerkannt, der 
Nationalkonvent geschlossen, eine neue Verfassung eingeführt. 
Fünf Direktoren, ein Rat von 500 und ein anderer von 250 
Mitgliedern bildeten die höchsten Gewalten der Republik. Dies 
geschah im Oktober 1795. 
Da das deutsche Reich in so großer Gefahr schwebte, emp 
fahl Kaiser Franz II. den Ständen desselben allgemeine Volks 
bewaffnung und wies auf das Beispiel von Württemberg hin, 
wo der Herzog die Landmiliz in guten Stand gesetzt hatte. Der 
allgemeinen Volksbewaffnung widersetzte sich damals vorzüglich 
Preußen. Der schwäbische Kreis jedoch betrieb die Aufstellung 
von 40.000 Mann. Im Fürstentum Liechtenstein wurden im 
Jahre 1793 öffentliche Gebete für die Wohlfahrt des Reiches 
angeordnet. Gegen die Schweiz wurde im Jahre 1794 gesperrt 
und Wachen an unserer Landesgrenze aufgestellt. Das Kreis 
kontingent mußte verstärkt werden und es traf unserem Lande 
acht Mann mehr. Zugleich sollte nach einer Aufforderung des 
schwäbischen Kreises die Landmiliz organisiert werden. Alle 
waffenfähige Mannschaft von 18—50 Jahren sollte aufgerufen, 
mit Waffen versehen und geübt werden. Sobald die Sturm 
glocke das Zeichen gebe, soll sich die Mannschaft auf ihren Sam 
melplätzen zum Aufbruck, gerüstet einfinden. AIs diese Auf 
forderung nach Liechtenstein kam, erregte sie großes Bedenken. 
Die Landammänner wagten nicht, die Sache dem Volke vor 
zutragen, da sie seinen Widerstand gegen Maßregeln kannten, 
die mit bedeutenden Kosten verbunden waren, und man das 
Milizwesen, wie es früher gewesen, hatte eingehen und er 
schlaffen lassen. Das Oberamt aber nahm sich der Sache tätig 
an und erließ ein Mandat an die Gemeinden, der Aufforderung 
des schwäbischen Kreises nachzukommen. Jakob Helbert er 
zählt nun: „Run wurde Rat gehalten in allen Gemeinden über 
das schreckliche Edikt des schwäbischen Kreises und sie waren 
verschiedener Meinung. Einige wollten sich mit Gewalt wider 
setzen, andere aber gehorsam sein. Der Landvogt begab sich in 
die Gemeinden, um die Stimmen aufzunehmen, zuerst in die 
der oberen Landschaft/ dann in die der untern. Aber keine Ge 
meinde wollte sich zuerst erklären. Run wurden Ausschüsse aus 
allen Gemeinden nach Vaduz beschieden. Die Stimmen dersel 
ben fielen dahin aus: Die Landammänner beider Landschaften 
sollen nach Ulm gehen und sich entschuldigen, daß man hierseits 
zu so großer Rüstung zu schwach sei; man sei gar zu sehr mit 
Wuhren beschäftigt und fast ganz von der Schweiz und Grau 
bünden umgeben, welche französisch gesinnt seien; man werde
        

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