Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/51/
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Gallen 12 schottische Mönche auf dem Viktorsberg unterhalte, 
welche für fein Seelenheil und die Wohlfahrt seines Reiches 
beten sollten. Der Viktorsberg kam später durch Tausch an 
den Priester Valerius zum Nutzgenuß auf Lebenszeit. Den 
Namen hat der Ort vom Haupte des hl. Papstes Viktor, das 
dort aufbewahrt wurde. 
Kaiser Karl war ein kranker Mann und zum Schutze 
seines Reiches unfähig. In Frankreich hausten die Nor 
mannen schrecklich, im Osten bedrängten die Slaven das Reich, 
Italien war hilflos und der Kaiser ließ alle seine Völker im 
Stich. Da fielen die Deutschen von ihm ab; nur die Schwa 
ben und Rätier blieben ihm treu. Auf dem Reichstag zu 
Tribur (887) ward er der Regierung entsetzt und an seiner 
Statt der ihm verwandte Herzog Arnulf von Kärnten erwählt. 
Karl überlebte diese Schmach nicht lange, schon zwei Monate 
nach seiner Absetzung starb er, wahrscheinlich eines gewalt 
samen Tades, am 13. Jänner 888 und wurde in Reichenau 
begraben. 
7. Kaiser Arnulf. Die letzten Karolinger. 
Einmütig hatten die Deutschen den Herzog Arnulf, den 
Enkel Ludwigs des Deutschen, zum Könige gewählt. Er war 
ein kraftvoller Herrscher. Mit Nachdruck schirmte er die Grenze 
des Reiches, rief aber einen neuen Feind herbei, die Ungarn, 
welche über ein halbes Jahrhundert hindurch Deutschland mit 
ihren schrecklichen Raubzügen heimsuchten. Er sah, wie ein 
zelne Große zu unabhängigen Herren sich auswarfen über be 
deutende Landstriche. So wurde Boso vom Volke der Pro 
vence zum König von Großburgund, Rudolf zum König von 
Kleinburgund ausgerufen, welches den größten Teil der 
Schweiz umfaßte. 
Die Kaiserkrone zwar gewann Arnulf, trug sie aber nicht 
lange; denn schon nach drei Jahren starb er (899). Sein Sohn 
Ludwig war noch unmündig, daher „Ludwig das Kind" ge 
nannt. Reichsverweser regierten für ihn und noch ehe er die 
Regierung selber führen konnte, raffte ihn der Tod hinweg 
(911). Mit ihm erlosch der Stamm der Karolinger, der über 
Churrätien und Deutschland 143 Jahre regiert hatte. 
Gerne hätte Karl der Dicke seinem natürlichen Sohne 
Bernhard Schwaben und Churrätien zugewendet; aber er 
vermochte es nicht. Als nun Bernhard sah, wie mehrere Große 
in Schwaben, unter ihnen namentlich Graf Ildalrich im Linz-
        

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