Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/485/
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auf 200 fl. belief. Die Gerichtskosten für ein Bußengericht 
beliefen sich auf 17 fl., welche die Herrschaft zu bezahlen hatte, 
sowie die Kosten für die Hegung des Blutgerichts. Die Ge- 
richtkosten bei bürgerlichen Streitigkeiten fielen den Par 
teien zur Last. Die Grafen Ferdinand Karl und Jakob Hanni 
bal vermehrten die Zahl der Beamten und ihre Dienerschaft 
und machten überhaupt größeren Aufwand; dadurch gerieten 
sie so tief in Schulden. Sie verkauften daher von ihrem Be 
sitz ein Stück nach dem andern. Die Triesenberger kauften von 
den Grafen 1616, 1626 und 1635 Waldungen, in den Jahren 
1649, 1662 und 1688 Stücke von der Alp Sükka, 1663 das 
Menfchenwäldle; von der Gemeinde Schaan-Vaduz kauften sie 
1652 ihr Erblehen und die Schneeflucht zum „großen Steg". 
Die Triefner verkauften 1646 an die Balzner das „einge- 
wandete Garsenzele" und 1649 ein Stück ihrer Alp Va- 
lüna auf dem Plattengrat, dagegen kauften die Triefner im 
Jahre 1662 vom Grafen einen Wald in Garfenza. Im Jahre 
1672 verkauften sie an die Triesenberger das „Walser Heu- 
bergle", kauften 1706 vom Grafen Franz Wilhelm den soge 
nannten „Naßhaken". 
Im Jahre 1659 geschah in der Alp Lawena ein großes 
Unglück. Infolge anhaltenden Regenwetters löste sich eine 
Felswand der Alpe ab und erschlug alles Vieh bis auf eine 
Kuh, welche einer armen Witwe gehörte. Im Jahre 1666 setzte 
eine große Rüfe das Oberdorf zu Vaduz in Gefahr, so daß 
man einen starken Rüfedamm machen mußte; dazu gab das 
Kloster St. Johann im Thurtal, das in Vaduz viele Güter 
hatte, täglich 2 fl. 45 kr., wenn die Mannschaft arbeitete, 
sonst die Hälfte. Im Jahre 1667 legte Graf Ferdinand Karl 
einen neuen Zoll zu Rendeln an, ungeachtet aller Proteste 
von seiten Bündens und der Stadt Feldkirch. Auch fiel am 
7. Juni ein so starker Schnee, daß er Bäume brach und den 
Früchten Schaden tat. Im Jahre 1673 war der Winter sehr 
mild, so daß es schon im Jänner zu griinen anfing; das fol 
gende Jahr war sehr gewitterreich. Anno 1680 gab es sehr 
starke Gewitter und Hagelschläge. Im August regnete es 30 
Stunden lang; der Rhein trat über die Ufer. Im Jahre 1686 
gab der Graf Jakob Hannibal dem Michel Frömmelt zu Wen 
dern und seinen Erben die Taferne (Wirtshaus) daselbst samt 
allem Zubehör zu einem Erblehen um 1 fl. jährlichen Zins. 
Im November 1680 kam ein Komet mit einem „entsetzlich 
langen Schweif", der den Leuten große Furcht einjagte. Im 
Jahre 1689 beschwerten sich die Geschwornen von Eschen, daß
        

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