Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/480/
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las der Landvogt Baur die von dem Fürsten von Liechtenstein 
unter dem 16. April erhaltene Vollmacht ab, die Grafschaft 
Vaduz in Eid und Pflicht zu nehmen. 
Allein, bevor die Landschaft die Huldigung leistete, erhob 
sich Alt-Landamman Basil Hopp im Auftrag derselben, sprach, 
zuerst den Dank gegen die kaiserliche Kommission aus für die 
übernommene Mühewaltung, bat sie, die Landschaft höchsten 
Orts, besonders bei dem Fürsten von Liechtenstein aufs beste 
zu empfehlen und fuhr dann fort: Die Landschaft erwarte, 
man werde sie bei ihren hergebrachten Rechten, Freiheiten 
und guten Gewohnheiten schützen und schirmen und in ihren 
althergebrachten Landsatzungen und Gerechtigkeiten ungestört 
und ruhig belassen und keineswegs beschweren. Es erwarte 
die Landschaft namentlich, daß man 
1. sie bei ihren Land- und Gemeindsrechten und Schirm 
briefen, wie solche von den Freiherren von Brandis, den Gra 
fen von Sulz und dem Grafen Kaspar von Hohenems erlangt, 
beschütze, sowie bei dem noch anno 1686 vom Kaiser bestätigten 
sulzischen Urbar, 
2. daß die neue Herrschaft sie bei dem Vertrag von 1688 
verbleiben lasse und ihr die Reichs- und Kreislasten gegen den 
jährlichen Schnitz von 1276 fl. abnehme, und weil es dann 
3. von uralten Zeiten her üblich gewesen, daß man die 
Verhörtage im Beisein der Landammänner halte, die Parteien 
durch die Fürsprecher vernehme, damit der erschrockene Kläger 
oder Beklagte an seinen Rechten nicht verkürzt würde, und 
daß die Parteien, wenn der bei einem solchen Verhörtag aus 
gefällte Schluß, Urteil oder Bescheid nicht gefalle, an das Zeit 
gericht appellieren könne, und sofern das Zeitgerichtsurteil 
ihnen auch nicht gefiele, letztlich an der Herrschaft Hofgericht 
appellieren mögen, so bitte sie, daß dies also gehalten werde 
und daß die Zeitgerichte im Frühling und Herbst wie von 
altersher gerufen werden, und daß der Landwaibel Gant- und 
Landrecht mit kurzer oder langer Gant und Abkündung der 
Unterpfande vornehmen möge. Sie erwarte 
4. daß das Landammannamt, Gerichts- und Geschwornen 
besatzung, Wein- und Eidsteuer und alle anderen Gemeinds 
bräuche und Rechte unangetastet bleiben; daß man fürderhin 
bei Landammann und Gericht Pflicht und Eid ablege, daß 
jeder Gemeindsvorgesetzte und Geschworne mit Bot und Ver 
bot und gegen Ungehorsame mit Strafen bis auf drei Pfund 
vorgehen kann, damit Felder und Wälder, Steg und Weg, 
Marken u. dgl. in baulichen Ehren erhalten werden.
        

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