Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/463/
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4. Die Taxierung des Weines anlangend soll es bei dem 
Herkommen bleiben. Die Taxe wird gemacht von den aus 
beiden Herrschaften erwählten Ehrenmännern im Beisein der 
gräflichen Beamten und erst dann und nicht früher soll der 
Herrschaft das Recht zustehen, nach altem Brauche die Taxe 
um zwei Pfennige auf die Maß zu erhöhen oder zu erniedrigen. 
5. Die Herrschaft soll nicht befugt sein, mit weit gesuchten 
Prätensionen und Gewalttätigkeiten sich in die Alpen, Wälder 
und Weiden der Gemeinden einzudrängen. Wolle die Herrschaft 
ihre Pferde, oder anderes Vieh in die Alpen versorgen, so 
möge sie zuvor um die Gebühr mit den Alpgenossen abkom 
men, solches aber in keine Konsequenz ziehen, oder die Alp 
genossen wider Willen dazu anhalten. Namentlich soll die Herr 
schaft die Alp Valüna, den Triesnern zugehörig, auf keine 
Weise beschweren; es müßte denn fein, daß sie bessere Beweise 
für ihre Prätension beibringe als bisher der Fall gewesen. 
6. Die Atzung auf der Allmeind zu Vaduz anlangend, soll 
die Herrschaft erst dann, wann die Atzung auf den sogenannten 
Stellböden für das herrschaftliche Vieh nicht genugsam wäre, 
sich der Vaduzer Allmeind mit Bescheidenheit bedienen mögen, 
bis man zu Alp fährt. 
7. Wegen des Waldes, die Pirsch genannt, solle den Ge 
meinden zu Eschen und Bendern auf geziemendes Anhalten die 
notdürftige Beholzung zur Erhaltung Sands und Lands und 
von Weg und Steg wie von altersher ausgefolgt und nicht 
versagt werden; und wegen des Maurer Waldes soll die Ge 
meinde bei ihrem ununterbrochen hergebrachtem Besitz, Recht 
und Gewohnheit wie von altersher gelassen und beschützt 
werden. 
8. Es soll den Triesnerbergern wie von altersher erlaubt 
sein, sich in dem Valüner-, Malbuner- und Alpiser-Wald nach 
Notdurft und Bescheidenheit zu beholzen. Der Lehen halb 
soll die Herrschaft nicht befugt sein, diejenigen, welche den Ehr 
schatz auf 15 Jahre bezahlt haben, vor dieser Zeit aus dem 
Besitz zu setzen und anderen zu verleihen. 
9. Die Herrschaft und deren Beamte sollen die Landschaft 
inskünftig besser vor fremden Landgerichten schützen und nicht 
so säumig sein, wie bisher, sondern den Leuten zeitlich an die 
Hand gehen und sie vor Kästen und Schaden bewahren, mit 
der Drohung, daß im entgegengesetzten Fall die Leute wegen 
des Schadens sich bei den saumseligen Beamten zu entschädigen 
haben sollen.
        

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