Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/43/
47 
des neuen Lebens. Gern brachte er seine Muße in Gesellschaft 
gelehrter und weiser Männer zu, die er um sich versammelte, 
und gewöhnte noch in späteren Jahren seine Hand, die sich 
besser auf Führung der Waffen verstand, die Schristzüge nach 
zubilden. In Kleidung und Mahlzeit war er einfach und wid 
mete der Verbesserung der Landwirtschaft große Sorgfalt; 
nichts entging seinem umfassenden Geiste. 
Das Reich hatte er nach allen Seiten hin erweitert; sein 
Name ward auch bei fremden und fernen Nationen mit Ehr 
furcht genannt, und sie suchten durch Geschenke und Gesandt 
schaften den mächtigen Herrscher der Franken zu ehren. Die 
Würde eines Kaisers des Abendlandes, welche so lange ge 
ruht hatte, ward durch ihn erneuert. Er empfing aus den 
Händen des Papstes Leo III. die höchste weltliche Krone und 
dadurch erhielt, was seine Kraft und Weisheit errungen, reli 
giöse Weihe. Neben das geistliche Oberhaupt der Christenheit 
trat das weltliche, und die beiden Säulen waren gefunden, 
welche die neue Ordnung der Dinge, die neue Kultur der 
Menschheit tragen sollten. 
3. Einrichtungen Karls des Großen. 
Karl d. Gr. trennte im Jahre 806 nach dem Tode des 
Bischofs Remedius (Remigius) die gräfliche Gewalt von der 
bischöflichen und übertrug die erstere nicht mehr einem ein 
heimischen Geschlecht, obwohl wahrscheinlich noch Glieder aus 
der Verwandtschaft der Viktoren vorhanden waren. Als Karl 
der Große Kaiser geworden, mußten ihm alle Rätier wie die 
anderen Völker seines Reiches huldigen, Treue und Gehorsam 
geloben. 
Der Graf richtete in des Kaisers Namen an bestimmter 
Gerichtsstätte (Mallstatt) und zu festgesetzter Zeit über Erbe, 
Eigentum, Friedensbruch und Freiheit nach dem Ausspruch 
der Schöffen und besorgte sogleich den Vollzug des Urteils. 
Er ordnete den Heerbann; denn nach Karls Verordnung wa 
ren alle zum Kriegsdienste verpflichtet, welche ein bestimmtes 
Maß von Grundbesitz hatten. Wer vier Mansus besaß, stellte 
einen vollständig ausgerüsteten Mann und versah ihn mit 
Lebensmitteln auf drei Monate. Wer nicht soviel besaß, trat 
mit andern kleinen Grundeigentümern zusammen, bis jenes 
Maß erreicht war, das die Stellung eines Mannes erforderte. 
Wer im Besitz von 12 Mansus war, stellte einen Reiter. Große 
Grundeigentümer nahmen Kriegsmänner in Dienst gegen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.