Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/429/
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verließen die Oesterreicher Bünden. Sie verbrannten bei ihrem 
Abzüge das Schloß zu Maienfeld. So lange sie im Lande wa 
ren, suchten sie die katholische Religion in ihren Gebieten 
wieder einzuführen. Das Prätigau und das Münstertal kehrten 
nun in ihre früheren Verhältnisse zurück. Im folgenden Jahre 
wurde auch das Veltlin bis auf das Schloß zu Kläven wieder 
erobert. Ueber dieses Land verglichen sich Spanien und Frank 
reich im Vertrag von Monzone 1626 dahin, Veltlin soll ein 
eigener Staat sein unter der Schutzherrschast der drei Bünde; 
diesen soll es jährlich 25.000 Kronen und dem Bischof von 
Chur 1000 Reichspfunde bezahlen. Die Steig wurde befestigt; 
die Kapuziner wurden ausgewiesen. Der Lindauer Vertrag 
wurde für aufgehoben erklärt, jedoch dem Hause Oesterreich 
seine politischen Rechte vorbehalten, die Geistlichen und der 
katholische Glaube in den katholischen Landesteilen in Schutz 
genommen. 
Auf der Steig lag bündnerisches Kriegsvolk unter dem 
Marschall Harkourt. Etliche Soldaten kamen von der Steig 
herab ins Wirtshaus nach Balzers und tranken da. Der öster 
reichische Vogt von Gutenberg mahnte sie zur Rückkehr; sie 
aber blieben. Da ließ er aus zwei Stücken Feuer geben, schoß 
jedoch absichtlich zu hoch; worauf die bündnerischen Soldaten 
zurückgingen. Der Vogt auf Gutenberg beschwerte sich wegen 
dieses Vorfalles bei den Hauptleuten auf der Steig. Auch die 
Regierung in Innsbruck erhielt Kenntnis davon und schrieb 
deshalb an den Grafen Kaspar zu Vaduz (24. Jänner 1624): 
„Der Marschall Harkourt behauptet, Balzers und das Land 
weiter abwärts gehöre den Engadinern." Graf Kaspar ant 
wortete der Regierung zu Innsbruck, Balzers liege nicht in 
Bünden aber hart an der Grenze. Er habe sich an den Mar 
schall gewendet und die Antwort bekommen, seine Mannschaft 
habe die Bündner Grenze nicht überschritten; wenn gleichwohl 
einige Soldaten nach Balzers gegangen seien, so sei es ohne 
der Hauptleute Wissen geschehen, sie hätten auch niemandem 
leides zugefügt. Sie könnten sich vielmehr über den Vogt von 
Gutenberg beklagen, daß er geschossen habe. So blieb diese 
Sache auf sich beruhen. 
Der Mantuanische Erbfolgestreit krackte wieder Truppen 
in unsere Landschaften. Der letzte Herzog von Mantua aus 
dem Hause Gonzaga war im Jahre 1627 kinderlos gestorben. 
Herzog Karl von Revers war sein nächster Erbe; aber auch 
der Herzog Ferdinand von Guastalla machte Ansprüche. Diesen 
unterstützten Spanien, Oesterreich und der Papst, weil sie keinen 
Franzosen in Italien dulden wollten. Karl von Revers nahm 
IS*
        

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