Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/386/
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abermals auf fünf Jahre. Von da blieb der Schnitz eine blei 
bende Last (1590). 
Um diese Zeit entstand ein langwieriger Streit zwischen 
dem Grasen Karl Ludwig zu Vaduz und dem Vogt Kaspar 
von Ramschwag aus Gutenberg. 
Es wurde früher erzählt, wie Gutenberg als österreichisches 
Lehen an die Herren von Ramschwag kam. Ulrich von Ramsch 
wag, der im Schwabenkrieg Gutenberg so tapfer verteidigte, 
hatte mit Elisabeth von Marmels zwei Söhne: Goswin, der 
1515 Pfarrer in Ragaz war, und Johann Donat (ch 1517), 
der von feiner Gemahlin Praxedis von Mont den einzigen 
Sohn Baltafar hatte (ch 1562). Dieser erhielt Gutenberg. 
Seine Frauen Katharina von Dachsberg und Ursula von 
Schlandersberg schenkten ihm 19 Kinder. Vier feiner Söhne: 
Ulrich, Jakob, Diebold und Hans traten in den Johanniter- 
Ritterorden ein. Der Erstgenannte starb im Jahre 1601 als 
Ordenskomthur zu Würzburg. Ein anderer Sohn Hektar, ver 
mählt mit Barbara von Sürgenstein, ward österreichischer Vogt 
zu Bludenz und Sonnenberg. Ein sechster Sohn Georg Bal 
thasar (ch 1586) erhielt nach dem Tode seines Vaters Guten 
berg. Obwohl er zweimal vermählt war mit Margaretha von 
Homburg und Felizitas von Thum, starb er doch kinderlos 
und fein Bruder Kaspar, vermählt mit Sophie von Kippen 
heim, folgte ihm auf Gutenberg. Ihn nennt Guter von Wineck 
feinen „günstigen Herrn und Bruder und Vater einer schönen 
und zahlreichen Jugend". Drei Söhne Kaspars traten in den 
Malteserorden, Ulrich aber (f 1629) zuerst mit Anna Maria 
von Schlandersberg und dann mit Barbara von Hallwyl ver 
mählt, pflanzte das Geschlecht fort. Von feinen zwei Söhnen 
scheint Johann Donat kinderlos gestorben zu fein; Franz Ul 
rich aber hatte mit Anna Iuditha von Ulm und Wellenberg 
den Sohn Karl Ferdinand, der letzte, der mit feiner Gemahlin 
Maria Viktoria von Renchingen auf Gutenberg wohnte (gest. 
1716). 
Mit Kaspar von Ramschwag nun waltete der Streit. Er 
betraf Fischerei und Iagdgerechtigkeit. Diese war Kaspars 
Vater, dem Vogt Balthasar, aus Dankbarkeit, weil er dem 
Grafen von Sulz 2200 fl. geliehen hatte, auf eine unbestimmte 
Zeit zum Genuß, aber nicht als Gerechtigkeit überlasten wor 
den nebst dem Weinzehent von Vaduz und Schellenberg, letz 
terer jedoch als ein Lehen. 
Der Streit ging deshalb an, weil der Schloßvogt Kaspar 
auf Maienfelder Gebiet einen Hirschen erlegt und über ful- 
zifches Gebiet nach Gutenberg geführt hatte, der aus dem Ge-
        

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