Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/383/
389 
Wasser und Brot, das anderemal auf einen Monat belegt und 
das drittemal neben schwerer Geldstrafe des Landes verwiesen. 
Ehebrecher und Ehebrecherinnen sind ehr- und wehrlos, von 
allen Gesellschaften, Festlichkeiten, Tänzen u. dgl. ausgeschlossen. 
Wer das viertemal des Ehebruchs überwiesen wird, wird am 
Leben gestraft. Wenn ein lediger Geselle mit einem Eheweib, 
oder eine ledige Weibsperson mit einem Ehemann sich ver 
geht, werden sie wie Ehebrecher bestraft. Notzucht wird mit 
Ertränken bestraft. 
Von mutwilligen Gesellen, die Tag und Nacht 
auf der Gasse Händel anstellen. Das Unwesen der Nachtbuben 
und wilde Treiben der Knabenschasten wird bei Gefängnisstrafe 
untersagt. Zwischen guten und bösen Gesellen soll ein Unter 
schied gehalten werden. Bastarde, Uneheliche, wegen Laster und 
Untaten Bestrafte sollen von den Gesellschaften der Ehrlichen, 
von Zahltagen, Festen, Spielen u. dgl. ausgeschlossen sein. 
Hinsichtlich der Licht- und Kunkelstuben wird nur der Miß 
brauch verboten. 
Von Hochzeittagen und Schenkungen. Är 
mere Leute sollen zum Hochzeitmal nicht über 12 Personen 
laden, reichere nicht über 30—40. Die Hochzeit soll nicht über 
zwei Tage dauern und die Nach- oder Gesellentage sollen bei 
5 Pfund Buße abgestellt sein. Weil an den Hochzeiten mit 
Verehrungen Mißbrauch getrieben wird, sollen alte Personen 
höchstens 1 fl., Witwer und Witfrauen höchstens 8 Bazen, ein 
Junggeselle oder eine Jungfrau höchstens 4 Bazen schenken 
dürfen, bei einer Buße von 5 Pfund. Nur den nächsten An 
verwandten der Brautleute ist es unbenommen, nach- ihrem 
freien Willen zu schenken. Das Nachziehen von einer Herr 
schaft in die andere und von einem Dorf in das andere zu den 
Nachzechen und Schenkungen ist verboten. Nur ledige Gesellen 
dürfen zu einem ehrlichen Tanz auf eine halbe Meile weit 
nachziehen, sollen sich aber züchtiglich und bescheiden erzeigen. 
Abstellung der Taufsuppen, Kindsmäler 
und Schenkungen. Nur die nächsten Verwandten und 
Taufpaten sollen zu einer Taufsuppe kommen, aber nicht „über 
einen Tisch voll", und sollen nicht mehr als 3—4 Trachten 
aufgestellt werden. Dem Kind und der Kindbetterin sollen 
die Gevatterleute mehr nicht als eine halbe Krone verehren; 
andere Weiber, die nicht Gevatterleute sind, und die Kind 
betterin besuchen, sollen keine mehr als zwei Bazen verehren, 
es fei an Geld, Wein, Hühnern, Eiern usw. Nur arme Kind 
betterinnen machen eine Ausnahme; diesen soll jeder mit
        

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